Goldpreis in Euro auf höchstem Niveau seit mehr als 2 Jahre

Gold ist gestern zeitweise bis auf 1.345 USD je Feinunze gestiegen. Es wurde dabei vom anhaltend schwachen US-Dollar unterstützt, der im Zuge schlechter US-Konjunkturdaten zunächst weiter abwertete. Laut dem ADP-Arbeitsmarktbericht wurden im Mai nur 27 Tsd. neue Stellen geschaffen, deutlich weniger als erwartet.

Dies bedeutet aber nicht zwingend schwache offizielle Arbeitsmarktdaten, die morgen Nachmittag veröffentlicht werden. Die Daten haben dennoch zu weiteren Zinssenkungsspekulationen geführt. Da der Dollar später seine Verluste wieder aufholte, gab Gold einen Großteil seiner Gewinne wieder ab, so dass es heute Morgen bei gut 1.330 USD handelt. Gold in Euro gerechnet legte gestern zwischenzeitlich auf 1.190 EUR je Feinunze zu, der höchste Wert seit April 2017.

Die EU-Kommission hat ein Defizitverfahren gegen Italien wegen dessen hohen Staatsverschuldung empfohlen. Nach Zustimmung der EU-Staaten kann das Verfahren in zwei Wochen eingeleitet werden. Italien würde dann konkrete Vorgaben und Auflagen erhalten, die Schulden zu senken. Ignoriert es diese, drohen Strafzahlungen und der Haushaltsstreit zwischen der EU und Italien würde eskalieren. Hiervon sollte Gold profitieren.

Heute findet die EZB-Sitzung statt. Die EZB wird wohl grundsätzlich an ihrer bisherigen Sichtweise festhalten. Sie gibt heute auch Details zu den neuen Langfristtendern (sog. TLTROs) bekannt. Auf den Devisenmarkt und damit auch auf Gold dürfte die EZB-Sitzung aber kaum Auswirkungen haben.

Commerzbank Commodity Research

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