Drastisches Vorgehen gegen Spekulanten

Top-Ökonom fordert drastisches Vorgehen gegen Spekulanten. Die einzig rationale Motivation der Anbieter und Käufer von CDS könne gegenwärtig nur deren gewinnträchtiger Weiterverkauf an Gutgläubige sein. „Das aber ist kein produktiver Handel, sondern ein mieses Wettspiel, das schlicht verboten gehört“.



Angesichts der Finanzmarktspekulationen gegen Frankreich und Deutschland fordert der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, ein Verbot des Handels mit Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, kurz: CDS). Die einzig rationale Motivation der Anbieter und Käufer von CDS könne gegenwärtig nur deren gewinnträchtiger Weiterverkauf an Gutgläubige sein. „Das aber ist kein produktiver Handel, sondern ein mieses Wettspiel, das schlicht verboten gehört“, sagte Horn Handelsblatt Online.

„Wenn Panik herrscht, setzt der Verstand aus, denn diese CDS sind gleichsam Wetten auf den Weltuntergang“, sagte der IMK-Chef weiter. Wenn sowohl die Bundesregierung als auch die französische Regierung in die Verlegenheit kämen, ihre Schulden nicht mehr bedienen zu können, dann seien die meisten Regierungen inklusive der USA und Japan schon längst zahlungsunfähig. „Es gehört nicht viel Phantasie dazu vorherzusagen, dass dann die Finanzmärkte insgesamt zusammengebrochen sein werden“, so Horn. „Daher würden die Besitzer einer CDS in dieser Situation mit hoher Wahrscheinlichkeit völlig leer ausgehen, weil diejenigen, die die CDS begeben haben, selbst pleite sind.“

Der Berliner Finanzwissenschaftler Markus Kerber äußerte Verständnis für die Angste von Investoren, dass die Euro-Schuldenkrise auch Länder wie Frankreich erfassen und in den Abwärtsstrudel reißen könnte. „Die Märkte haben allen Grund nicht nur Italiens Schuldnerqualität, sondern auch die Bonität Frankreichs zu problematisieren“, sagte der Professor an der Technischen Universität Berlin Handelsblatt Online. Zu lange habe Frankreich zusammen mit Ländern als geborener AAA-Schuldner gegolten. „Doch neben den chronischen Handelsbilanzdefiziten müsste die schwächelnde Wettbewerbsfähigkeit des Landes sowie die lange Zeit vernachlässigte Konsolidierung der öffentlichen Haushalte die Rating-Agenturen auf die Spur bringen: Frankreich ist der nächste Wackelkandidat“, betonte Kerber.

Nur ganz zu Anfang seiner Amtszeit habe der französische Präsident Nicolas Sarkozy versucht, der Ausgabeninflation der Gebietskörperschaften Herr zu werden. Doch dann habe er die Konsolidierungspolitik wieder ad acta gelegt und sogar den damaligen Finanzminister Peer Steinbrück im EU-Rat der Finanzminister (Ecofin) belehrt, dass der Stabilitätspakt für Frankreich nur dann gelte, wenn der französische Staatschef dies zulasse. „Sein jetziger Kurswechsel ist lediglich verbaler Art“, sagte Kerber. „Sarkozy versucht, mit deklaratorischer Politik die Märkte zu beruhigen. Doch die wollen Zahlen und Fakten sehen.“ Mit realen Einsparungen müsse sich Sarkozy schon aus Rücksicht auf seine Klientel Zeit lassen. „Er würde den gesamten militärisch-industriellen Sektor des Landes – also seine Spender –gegen sich aufbringen, wenn er die kostspieligen Rüstungsprogramme für strategische Atom U-Boote oder gar das Baracuda-Programm für Angriffs-U-Boote schon jetzt stoppen oder gar kürzen würde“, gab der Finanzexperte zu bedenken.

Die Stunde der Wahrheit für Frankreich kommt nach Ansicht Kerbers spätestens nach seiner Wiederwahl im nächsten Jahr. Dafür lägen die Sparlisten bereits fertig in der Schublade. Aber niemand werde das Tabu brechen, einem Präsidenten vor den Wahlen Sparvorschläge zu machen und deren Umsetzung anzumahnen. „Für die Märkte bleibt Frankreich also eine wichtige Baustelle."

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