Millionen von Autos fahren über unsere Straßen, und dies völlig anonym. Das Kennzeichen sagt nichts darüber aus, wer uns den Vogel gezeigt hat. So kann es nicht weitergehen.
Von Meinrad Müller
Unser allseits verehrter und hochgeschätzter Herr Bundeskanzler will Klarheit haben. Er verkündete bei seiner Aschermittwochsrede: „Ich möchte Klarnamen im Internet sehen, ich möchte wissen, wer sich da zu Wort meldet.“
Seit 40 Jahren nun kann sich im Internet jeder eine E-Mail zulegen, wie zum Beispiel Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und seine Identität verschleiern. Wie heißt es so schön: „Gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß.“ Doch damit soll jetzt Schluss sein, vorbei mit dem Versteckspiel. Mail-Adressen und Anmeldenamen bei Facebook o.ä. gibts nur noch beim Bürgeramt gegen Vorlage des Personalausweises. Denn die Politiker wollen wissen, wen sie wegen Beleidigung verklagen können. Ohne umständliche Recherche.
Klarnamen auch auf unseren Autos
Nicht verwunderlich ist daher die Forderung der EU, auch auf den Autos Klarnamen anzubringen. Vorbildlich sind bereits Handwerksbetriebe, wie Bäckerei Schulze, Dachdecker Müller und Sanitär Huber, die ihren Namen in großen Buchstaben auf ihr Auto malen, samt Adresse und Telefonnummer.
Der Name ins linke Seitenfenster des Autos
Die Daten des PKW-Halters, der zumeist auch der des Fahrers ist, soll im linken hinteren Fenster deutlich sichtbar angebracht werden: 10 × 10 cm. Vorname, Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail. Diese Sicherheitsplakette soll vom TÜV ausgegeben werden, Kosten: 23,70 Euro. Diese Transparenz folgt schlicht dem Wunsch des geliebten und allseits verehrten Bundeskanzlers. Dem Klarnamen im Internet folgt nun Schritt zwei, der Klarnamen am PKW, LKW, Wohnmobil und Bus. Die EU-Verwaltung in Brüssel arbeitet bereits an den gesetzlichen Grundlagen.
Mehr Sicherheit für alle
Wer mit offenem Visier, so wie Friedrich Merz es formuliert, im Internet seine Meinung zum Besten gibt, wird dies künftig vorsichtiger tun und auch vorsichtiger am Straßenverkehr teilnehmen. Kurzum: Alles in allem eine sehr gute Idee. „UnsereDemokratie“ ® lebe hoch.
Anbandeln leicht gemacht
Auch die Kontaktaufnahme der Autofahrer untereinander wird so erleichtert. Wer sich nicht traute, die Blondine anzusprechen, kann sie wenigstens anrufen oder eine E-Mail senden, mit seinem Klarnamen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/merz-klarnamen-internet-100.html
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p



