Ex-BAMF-Chef gesteht "Überforderung" der Behörde


Flüchtlinge in einer Vor der Sondersitzung des Innenausschusses hat der ehemalige Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Frank-Jürgen Weise, die Beschleunigung bei der Bearbeitung der Asylanträge verteidigt. Gleichzeitig gestand er eine "Überforderung" ein. Auf Anfrage der "Welt" erklärte er: Hätte man die Schlagzahl der Behörde nicht erhöht, "würden sich noch immer hunderttausende Anträge im BAMF stapeln."

Jeder unbearbeitete Antrag würde zudem bedeuten, "dass den Menschen nicht geholfen wird" und Integrationsmaßnahmen wie Sprachkurse lange auf sich warten müssten. Nach Angaben von Weise gebe es zwei Gründe für die "Überforderung des BAMF": "Die große Menge an Geflüchteten in sehr kurzer Zeit und ein BAMF, das darauf in keiner Weise eingestellt war." Erst das Krisenmanagement in seiner Zeit als Leiter habe "dazu geführt, dass das BAMF überhaupt eine Chance hatte, den Anforderungen gerecht zu werden". Für die Beschleunigung habe man Fehler in Kauf genommen, bestätigte Weise. "Dass es durch viele neue Mitarbeitende auch zu Fehlern kommen kann, war klar, aber im Rahmen der Risikoabwägung das kleinere Übel", sagte der Ex-BAMF-Chef. Zugleich verteidigte er seine Behörde gegenüber Kritik aus der Politik. "Es gab eine Zielvereinbarung mit dem Innenministerium und auch eine Übereinstimmung über alle Parteien, dass die Bearbeitung der Asylverfahren Priorität haben muss", sagte Weise. Er wehrte sich gegen den Begriff "Fließband" im Zusammenhang mit der Arbeit im BAMF. Dies sei "falsch" und "auch böswillig".

Foto: Flüchtlinge in einer "Zeltstadt", über dts Nachrichtenagentur

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