Zypern: Russen räumen Konten leer

Während für normale Sparer die Banken jetzt bis Donnerstag geschlossen bleiben, sollen russische Oligarchen ihr Geld bereits in Sicherheit gebracht haben - über offene Zweigstellen zypriotischer Banken in London und Russland.


von Michael Mross

Das Chaos um Zypern wird immer größer. Erst drohte Euro-Gruppen-Boss Dijsselbloem Krisenländern mit der "Zypern-Methode" und ließ damit Euro und und Börsen crashen. Anschließend nahm er die Äußerung wieder zurück - aber für Insider ist dennoch klar, dass die "Zypern-Methode" mit fortschreitender Euro-Krise bald auch in allen anderen Ländern angewandt wird. Nicht um sonst sagt bereits die Schutzvereinigung für Kleinaktionäre, dass  alle Bankkonten ab 100000 Euro von nun an unsicher seien.  

Doch viel dramatischer könnte werden, was sich bisher nur in Konturen abzeichnet. Die Banken auf Zypern wurden geschlossen, damit reiche Russen in Ruhe ihr Geld abziehen konnten. Ob mit dem, was dann übrig bleibt, das Rettungspaket noch funktioniert, darf bezweifelt werden. Die Wirren scheinen jedenfalls groß und dies mag auch der Grund sein, warm zypriotische Banken jetzt noch bis Donnerstag geschlossen bleiben. - Auf jeden Fall droht am Tag der Bankeneröffnung der totale Bankrun in dem Inselstaat.

Doch währen die kleinen Sparer um ihre Einlagen zittern, haben die großen ihr Vermögen schon längst in Sicherheit gebracht - trotz (oder gerade wegen) der Bankschließungen, welche offenbar nur für den "Mann auf der Straße" galten.

Die zypriotische Laiki Bank und die Bank of Cyprus haben nämlich Filialen in London. Diese wurden nicht geschlossen und von dort aus sollen sich russische Oligarchen bedient haben, um ihre Gelder in unbekannter Höhe aus Zypern abzuziehen. Zur "Bank of Cyprus" gehört außerdem die russische "Uniastrum Bank" - die ebenfalls nicht geschlossen wurde. Auch von dort aus wurden offenbar zyprische Konten leer geräumt.

Die Frage ist, was jetzt noch übrig bleibt. Wahrscheinlich müssen die zypriotischen Behörden am Donnerstag zugeben, dass auf den Konten nicht genug Geld übrigblieb, um das Rettungspaekt durchzuziehen. Dann wäre das Chaos perfekt.


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