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Wiesenhof: Tierquälerei bei Geflügellieferant

Grausame Tierquälerei bei Geflügellieferant für Wiesenhof. So werden auf dem Hähnchen-Mastbetrieb im bayerischen Kreis Altötting unter anderem schwächliche oder kranke Hühner lebend in den Müll geworfen.

 

Ein Lieferant des größten deutschen Geflügelzüchters Wiesenhof steht im Verdacht, massiv gegen Tierschutzbestimmungen zu verstoßen. So werden auf dem Hähnchen-Mastbetrieb im bayerischen Kreis Altötting unter anderem schwächliche oder kranke Hühner lebend in den Müll geworfen. Das berichten übereinstimmend das Magazin stern in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe sowie die Sendung stern TV am heutigen Mittwochabend.

 

stern und stern TV stützen sich auf aktuelle Filmaufnahmen der Tierschutzorganisation „Soko Tierschutz“. Die heimlich aufgenommenen Bilder zeigen kranke Tiere und Kadaver im Stall. Zudem wurde der Hofinhaber dabei gefilmt, wie er ein flatterndes Tier in den Müllcontainer schleudert. Andere Aufnahmen dokumentieren, wie eine Hof-Mitarbeiterin versucht, ein zappelndes Tier an einem Eimer totzuschlagen. Offensichtlich landen auf dem Hof regelmäßig lebende Tiere im Müll. Seit Dezember 2011 bargen die Tierschützer zwölf Hühnchen lebend aus dem Abfall-Container.

 

Wer so mit Tieren umgeht, macht sich strafbar. Nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes drohen einem Halter bis zu drei Jahre Haft, wenn er „einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt“.

 

Der Betrieb, der insgesamt 80.000 Tiere fasst, beliefert die PHW-Gruppe mit der Marke Wiesenhof. Er war in der Vergangenheit bereits mehrfach auffällig geworden. Hofbesitzer Franz H. bestreitet die Vorwürfe und lehnte es ab, sich die Filmaufnahmen anzusehen.

 

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) sagte dem stern: „Solche Grausamkeiten in der Massentierhaltung darf es nicht geben.“ Meyer fordert vom Bund ein strengeres Tierschutzgesetz.

 

Die PHW-Gruppe gab auf stern-Anfrage an, das Vertragsverhältnis mit dem Betrieb nach Sichtung des Filmmaterials gekündigt zu haben. Die „Soko Tierschutz“ will Anzeige erstatten.

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