Immer mehr Beamte dienstunfähig in Frühpension


Schreibtisch, über dts NachrichtenagenturImmer mehr Bundesbeamte begeben sich wegen Dienstunfähigkeit in die Frühpension.

Gingen 2014 rund sieben Prozent in den vorzeitigen Ruhestand, waren es 2015 rund elf Prozent und rund zwölf Prozent im Jahr 2017. Auch im Jahr 2018 lag die Quote auf diesem Niveau.

Das ergeben die jüngsten Zahlen des siebten Versorgungsberichts der Bundesregierung. Ein Blick in die Statistik zeigt, wen es betrifft: Das Durchschnittsalter der Bundesbeamten beträgt knapp 54 Jahre, wenn sie wegen Dienstunfähigkeit in Ruhestand gehen.

Beamte und Richter sind häufiger als Soldaten von Frühpensionierungen betroffen. "Die beiden Hauptgründe sind sicher die Überalterung und die steigende Arbeitsbelastung im öffentlichen Dienst", sagte Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender des Deutschen Beamtenbundes DBB, der "Welt am Sonntag".

Der Beamtenbund vertritt als Gewerkschaftsdachverband rund 1,3 Millionen Mitglieder. Beim Bund sei inzwischen rund ein Drittel der Beschäftigten 55 Jahre oder älter. Das habe Auswirkungen auf die gesundheitliche Gesamtsituation. Außerdem nähmen Belastung und Stress seit Jahren zu. "Immer weniger Beschäftigte müssen immer mehr Aufgaben erfüllen", sagt Silberbach.

"Nicht erst seit der Migrations- oder der Coronakrise geht der öffentliche Dienst auf dem Zahnfleisch." Gisela Färber, Finanzwissenschaftlerin von der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, sagte der "Welt am Sonntag": "Für manche Behörden war es eine Zeit lang einfacher, missliebige Kollegen wegen Dienstunfähigkeit in den Vorruhestand zu versetzen, als die dahinter liegenden Probleme anzugehen."

Inzwischen sei zwar eine Menge getan worden; so werde etwa häufiger als früher nach einer anderen Verwendungsstelle gesucht. "Insgesamt ist die Zahl der Frühpensionierungen aber immer noch deutlich zu hoch", sagt Färber.

Sie belasteten den Staat in mehrfacher Hinsicht: "Der durchschnittliche Beamte, der wegen Dienstunfähigkeit in Frühpension geht, kostet den Staat doppelt so viel wie ein Beamter, der bis zur Regelaltersgrenze arbeitet", so Färber in der "Welt am Sonntag".

Foto: Schreibtisch, über dts Nachrichtenagentur

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