Bericht: Kommunen prüfen Verträge mit Innogy


Eon muss bei der Übernahme von Innogy um lukrative Beteiligungen bangen: Zahlreiche Kommunen prüften derzeit Sonderkündigungsrechte bei Beteiligungen von Innogy an Stadtwerken und in Konzessionsverträgen für Strom- und Gasnetze, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf eigene Recherchen. "Obwohl die Übernahme der Aktienmehrheit durch Eon erst für Mitte 2019 geplant ist, hat sich schon eine Vielzahl von Kommunen bei uns gemeldet, um eine erste Einschätzung zu erhalten", bestätigte Henning Fischer, Energieexperte bei der Kanzlei Rödl und Partner. Innogy hält rund 100 Beteiligungen an Stadtwerken und knapp 4.000 Konzessionsverträgen.

In beiden Fällen gibt es in einem Teil der Verträge sogenannte Change-of-Control-Klauseln, wie Innogy bestätigte. Nach Angaben des Unternehmens haben auch schon Kommunen angekündigt, die Klausel in Anspruch zu nehmen. "Viele Kommunen sind gegenüber Eon skeptisch", sagte Guntram Pehlke, Chef der Dortmunder Stadtwerke DSW21. In Dortmund hält Innogy 39 Prozent an der Vertriebstochter von DSW21, dem Unternehmen DEW21, und es gibt eine Change-of-Control-Klausel, wie Pehlke bestätigt: "Wir werden prüfen, wie wir mit der Klausel bei einer Übernahme von Innogy durch Eon umgehen werden." Auch bei einer weiteren großen Beteiligung gibt es eine Ausstiegsklausel: An der Rheinenergie in Köln hält Innogy 20 Prozent – und strich zuletzt eine Dividende von 28 Millionen Euro ein. "Wir haben in entsprechenden Verträgen auch Bestimmungen zu `Change-of-Control`-Vorgängen", sagte Rheinenergie-Chef Dieter Steinkamp der Zeitung: "Aktuell prüfen wir das im Kontext mit dem beabsichtigten Innogy-Verkauf intensiv."

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