UN-Sondergesandter: Risiko für Migranten im Mittelmeer gestiegen

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Bootsflüchtlinge im Mittelmeer (Archiv), Marina Militare, über dts NachrichtenagenturDas Risiko für Migranten, bei der Fahrt über das Mittelmeer ums Leben zu kommen, hat sich nach Angaben des UN-Sondergesandten für Libyen, Ghassan Salamé, im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. "Wie die Internationale Organisation für Migration uns mitgeteilt hat, starben in diesem Jahr bis zum 29. August drei von 50 Migranten, die das Mittelmeer zu überqueren versuchten", sagte Salamé der "Welt" (Mittwochsausgabe). Im vergangenen Jahr sei es nur einer von 50 gewesen.

"Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, bei der Überfahrt zu sterben, hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr verdreifacht und im Vergleich zu den Jahren davor verachtzehnfacht", so Salamé. Zwar würden insgesamt weniger Menschen zu der gefahrvollen Überfahrt aufbrechen. "Aber der Anteil derer, die dabei ums Leben zu kommen, ist gewachsen, weil weniger Rettungsschiffe verfügbar sind", so Salamé. Die Arbeit der Seenotretter stelle als solche keinen Anreiz für die Migranten dar, so Salamé. "Die große Mehrheit derer, die versuchen, das Mittelmeer zu überqueren, hat einen dringenden Grund dafür, einen Anreiz, der schon vorher besteht. Sie werden sich nicht davon abhalten lassen, selbst wenn es keine Seenotrettungsschiffe mehr gibt", sagte Salamé. Auch seien derzeit keine Schiffe von Menschenrechtsorganisationen mehr im zentralen Mittelmeer unterwegs, sagte der UN-Sondergesandte, der im Juni 2017 dem Deutschen Martin Kobler im Amt gefolgt war.

Foto: Bootsflüchtlinge im Mittelmeer (Archiv), Marina Militare, über dts Nachrichtenagentur

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