Berliner Koalition streitet über Verbeamtung von Lehrern


Stühle im Flur einer Schule, über dts NachrichtenagenturDer rot-rot-grünen Koalition in Berlin droht ein Streit über die Schulpolitik. Die SPD will am Samstag auf ihrem Landesparteitag über die Rückkehr zur Verbeamtung von Lehrern abstimmen. "Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile halte ich die Verbeamtung für sinnvoll, um voll ausgebildete Lehrkräfte halten zu können und wettbewerbsfähig zu sein", sagte die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) der "Welt".

In ihrem Koalitionsvertrag hatten sich SPD, Linke und Grüne noch grundsätzlich für den Vorrang von Angestelltenverhältnissen vor Beamtenverhältnissen ausgesprochen. Bei den Koalitionspartnern stößt das Ansinnen der Sozialdemokraten auf Widerstand. Linke-Fraktionschefin Carola Bluhm pocht auf Einhaltung des Koalitionsvertrages: "Wir halten an unserer Position fest. Eine Wiedereinführung der Verbeamtung wird den Lehrkräftemangel nicht lösen", sagte Bluhm der "Welt": "Durch Verbeamtung wird die Zahl der Lehrkräfte nicht größer, da hilft nur mehr ausbilden." Eine erneute Verbeamtung würde dem Land höhere Kosten verursachen und gleichzeitig die Solidargemeinschaft schwächen, weil den Sozialversicherungen eine große Gruppe von überdurchschnittlichen Einzahlerinnen und Einzahlern entzogen würde, so Bluhm. "Für das Problem des Lehrkräftemangels gibt es keine eingleisige Lösung. Alle Beteiligten müssen an einen Tisch, um schnell umsetzbare Maßnahmen zu erarbeiten." Grünen-Fraktionschefin Silke Gebel sagte, die Verbeamtungsdebatte verkenne die Bedeutsamkeit von Erziehern, Sozialarbeitern und anderen nicht akademischen Berufen, die mit den Lehrkräften zusammenarbeiten. "Das moderne Klassenzimmer sollte aus multiprofessionellen, diversen Teams bestehen - die Verbeamtung stellt ein unnötiges Ungleichgewicht her", sagte Gebel der "Welt". Unverständnis löste die Debatte bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aus. "Ich bin höchst irritiert, dass die SPD innerhalb weniger Wochen so umgeschwenkt ist - und zwar ohne uns als Fachgewerkschaft zu konsultieren", sagt der Berliner GEW-Chef Tom Erdmann. Bei einer Rückkehr zur Verbeamtung blieben ausgerechnet jene langjährigen Angestellten auf der Strecke, "die jahrelang das Rückgrat der Berliner Schule waren und jetzt zu alt sind für eine Verbeamtung", sagte Erdmann der "Welt". Er nannte die Volte der SPD "puren Aktionismus". Schließlich seien die Sozialdemokraten an den Koalitionsvertrag gebunden: "Die SPD weckt damit nur Erwartungen, die sie nicht erfüllen kann. Sie wird damit definitiv Enttäuschungen produzieren." Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, zeigte hingegen Verständnis für das Ansinnen der SPD. "Die Verbeamtung spielt bei der Frage, wohin sich Lehramtsabsolventen bewerben, eine nicht geringe Rolle", sagte Meidinger der "Welt". "Sachsen und Berlin sind mit einer Quote von 50 bis 80 Prozent Quereinsteigern unter den Neueinstellungen an Grundschulen die ganz großen Verlierer dieser Entwicklung." Sachsen war zuletzt ebenfalls zur Verbeamtung von Lehrern zurückgekehrt. Einzig in Berlin ist dies noch nicht möglich.

Foto: Stühle im Flur einer Schule, über dts Nachrichtenagentur

Sensationelle Bilder von oben: Oliver Krautscheid Dronestagram.  Auch auf YouTube

Videos:

-
Loading...
-
Wandere aus, solange es noch geht!

Wikifolios
Börsen News
Bitcoin Live

Bitcoin-Kurs (Bitcoin/Euro)

BTC/EUR (Bitcoin / Euro) Währung Chart Bitcoin + Ethereum kaufen Bitcoin.de
Bitcoin News
Spenden an MMnews
BTC:
1No5Lj1xnqVPzzbaKRk1kDHFn7dRc5E5yu

BCH:
qpusq6m24npccrghf9u9lcnyd0lefvzsr5mh8tkma7 Ethereum:
0x2aa493aAb162f59F03cc74f99cF82d3799eF4CCC

WERBEN auf MMnews
Banner + Textanzeigen
Anfragen hier.

Haftungsausschluss

Diese Internet-Präsenz wurde sorgfältig erarbeitet. Der Herausgeber übernimmt für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keine Haftung. Der Inhalt dieser Homepage ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen sind keine Anlageempfehlungen und stellen in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratung durch Fachleute dar. Bei Investitionsentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank, Ihren Vermögensberater oder sonstige zertifizierte Experten.


Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Herausgeber nicht - weder direkt noch indirekt - zur Verantwortung gezogen werden. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf seiner Internet-Präsenz.

 

Vorsorglicher Hinweis zu Aussagen über künftige Entwicklungen
Die auf dieser Website zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen geben subjektive Meinungen zum Zeitpunkt der Publikation wider und stellen keine anlagebezogene, rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Empfehlung allgemeiner oder spezifischer Natur dar.

Aufgrund ihrer Art beinhalten Aussagen über künftige Entwicklungen allgemeine und spezifische Risiken und Ungewissheiten; und es besteht die Gefahr, dass Vorhersagen, Prognosen, Projektionen und Ergebnisse, die in zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben oder impliziert sind, nicht eintreffen. Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass mehrere wichtige Faktoren dazu führen können, dass die Ergebnisse wesentlich von den Plänen, Zielen, Erwartungen, Einschätzungen und Absichten abweichen, die in solchen Aussagen erwähnt sind. Zu diesen Faktoren zählen

(1) Markt- und Zinssatzschwankungen,

(2) die globale Wirtschaftsentwicklung,

(3) die Auswirkungen und Änderungen der fiskalen, monetären, kommerziellen und steuerlichen Politik sowie Währungsschwankungen,

(4) politische und soziale Entwicklungen, einschliesslich Krieg, öffentliche Unruhen, terroristische Aktivitäten,

(5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

(6) die Fähigkeit, genügend Liquidität zu halten, und der Zugang zu den Kapitalmärkten,

(7) operative Faktoren wie Systemfehler, menschliches Versagen,

(8) die Auswirkungen der Änderungen von Gesetzen, Verordnungen oder Rechnungslegungsvorschriften oder -methoden,

Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass die oben stehende Liste der wesentlichen Faktoren nicht abschliessend ist.

Weiterverbreitung von Artikeln nur zitatweise mit Link und deutlicher Quellenangabe gestattet.

 

© 2020 MMnews.de

Please publish modules in offcanvas position.