Sanktionen sind Selbstmord

Die Sanktionsdrohungen des Westens sind nur hohles Geschwätz. Aufgrund der Verflechtungen des globalen Finanzsystems wäre dies ein Schuss ins eigene Knie mit katastrophalen Folgen: Finanzkrise 2.0 - dieses mal aber ohne Happy End.


Von Michael Mross

Wer ist der Hauptleidtragende, wenn im Osten die Lichter ausgehen? Sicherlich Moskau, aber danach auch wir, der Westen. Das scheint in dem ganzen Sanktions-Geschwafel wohl komplett unterzugehen. Und dabei geht es längst nicht nur um die Verpflechtungen der realen Wirtschaft, die gerade zwischen Deutschland und Russland in den letzten Jahren enger geworden sind. Es geht auch nicht um den Export, der nach Russland bisher floriert. Nein: es geht um die Banken und das Finanzsystem.

 

Ökonom Yanis Varoufakis sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten: „Die europäischen Banken haben an russische Unternehmen Kredite in Höhe von 900 Milliarden Euro vergeben. Diese Kredite müssen monatlich zurückgezahlt werden, die Banken erwarten Rückzahlungen und Zinsen in der Höhe von 10 Milliarden Euro monatlich."

Wenn die Sanktionen wirklich greifen, droht ein unheilvoller Dominoeffekt: Die russischen Unternehmen gehen pleite und ziehen die westlichen Banken mit in den Tod.

 

Offensichtlich sind sich viele Politiker dieses Zusammenhangs nicht bewusst und agieren derzeit als senile Scharfmacher für Sanktionen ohne jedoch die Konsequenzen zu bedenken. Und diese werden bitter sein. Nicht nur der Osten wird die Zeche zahlen, sondern auch der Westen.

 

Sanktionen sind deshalb nichts anderes als ein Selbstmordprogramm. Sie schlagen voll zurück. Geblendet von der Osterweiterung scheinen dies die Deppen in Brüssel allerdings nicht zu begreifen. Ob die fast 1 Billion, die EU-Banken in Russland offen haben, nun weit her geholt sein mögen oder nicht - niemand kennt die genauen Zahlen. Doch eines ist klar: Sanktionen sind ein Spiel mit dem Feuer.

 

Und das Feuer lodert bereits: Die Kreditausfallversicherungen für Russland sind in letzter Zeit explodiert, ganz zu schweigen von denen in der Ukraine. Dieses Land gilt sowieso als Pleite. Wieviel Milliarden dort abgeschrieben werden müssen, steht noch gar nicht fest. Fest steht nur, dass EU-Banken mit dabei sind, die anschließend vom Steuerzahler gerettet werden müssen - falls dann überhaupt noch was zu retten ist.

 

Mit Russland geht nämlich der gesamte Ostblock der Bach runter. Die CDS für die Ost-Peripherie sind ebenfalls in letzter Zeit stark gestiegen. Es geht also nicht nur um Russland, sonder um einen unkontrollierbaren Flächenbrand in Osteuropa. Schade nur, dass EU-Banken und insbesondere österreichische und französische Banken dort so viele Kredite offen haben. Wenn man nämlich nicht nur Russland, sondern auch die gesamte "Ostzone" betrachtet, dann könnten bei weitem mehr als eine Billionen Euro im Feuer stehen. Denn Russland ist kein isoliertes Ereignis. Es gibt zwangsläufig Konsequenzen in der gesamten "Ostzone".

 

Da lachen sich die Amerikaner inst Fäustchen: die nächste Euro-Krise ist damit programmiert. Nämlich dann, wenn wieder einmal Banken gerettet werden müssen, die sich im Osten verzockt haben. Nur dieses Mal muss man den Finanzhäusern nicht unbedingt einen Vorwurf machen. Die Vorstellung, dass Politiker so blöde handeln und sich den eigenen Ast absägen, auf dem sie sitzen - dies schien noch bis vor wenigen Monaten unwahrscheinlich.

 

Die andere Frage ist natürlich, ob die Billion, die hier mindestens auf dem Spiel steht, tatsächlich noch durch EU-Staaten aufgebracht werden oder durch die EZB kompensiert werden kann. Theoretisch könnte die EZB natürlich wieder mal einen Blankoscheck ausstellen. Dieses Mal nicht für die Euro-Zone, sondern für die Ost-Zone. Bleibt abzuwarten, ob die europäische Notenbank damit nicht den letzten Rest ihres Vertrauens verspielt.

 

Aber abgesehen davon steht noch viel mehr auf dem Spiel: 2008 könnte sich wiederholen und damit die gesamte Finanzkrise. Ob aber dieses Mal wieder Rettung möglich ist, scheint fraglich. Ob sich Politiker, die jetzt lautstark nach Sanktionen schreien, dessen bewußt sind, scheint ebenfalls fraglich.

 

Die Konsequenzen werden wir alle erleben. Kein Wunder: denn der Westen mit seinem verwundbaren Finanzsystem hat sich zur eigenen Geisel gemacht. Die Politiker im größenwahnsinnigen Brüssel haben dies nur noch nicht begriffen. Doch die Realität wird ihn dies bald beweisen.

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