Öl crasht Fracking

Der Ölpreis hat sich in Windeseile halbiert. Dauerhaft kann die Ölindustrie, und ganz speziell die Fracking-Industrie, diese Tatsache nicht ignorieren – denn Fracking v...

Von Claudio Kummerfeld

Der Ölpreis hat sich in Windeseile halbiert. Dauerhaft kann die Ölindustrie, und ganz speziell die Fracking-Industrie, diese Tatsache nicht ignorieren – denn Fracking verursacht deutlich höhere Förderkosten als die konventionelle Ölförderung – laut Financial Times fördert die US-Fracking-Industrie mit Kosten von 75 US-Dollar.


Faktoren sind auch die Beschaffenheit des einzelnen Fracking-Fördergebiets und auch die Größe und Professionalität des Förderunternehmens. Also können auch niedrigere Förderkosten möglich sein, aber bei einem Ölpreis von 45 US-Dollar ist kaum vorstellbar, dass die Masse der Firmen kostendeckend arbeitet. Neben dem Stilllegen von Bohrlöchern folgen nun immer mehr Massenentlassungen bei Förderunternehmen und der nachgelagerten Industrie. Hier eine kleine Zusammenstellung, was in den letzten Wochen am Fracking-Markt geschah.

Am 04.01.2015 ging die Firma WBH Energy LP in die Insolvenz, weil eine Anschlussfinanzierung nicht mehr möglich war.

Am 16.01.2015 gab der Öl-Ausrüster Schlumberger die Streichung von 9000 Stellen bekannt, um schon einmal Vorsorge zu treffen für die kommende Abschwächung des Geschäfts.

Im US-Bundesstaat North Dakota liegt das gigantische Bakken Oil Field – sozusagen der Ort, wo man als “Fracker” sein muss – “the place to be”. Aus Zahlen eines Berichts des North Dakota “Department of Mineral Resources” vom 14.01.2015 kann man gut erkennen, wie der Fracking-Boom tatsächlich immer mehr zusammenschrumpft. Hier die Anzahl der Bohrstellen im Bundesstaat:
Oktober 2014: 191
November 2014: 188
Dezember 2014: 181
14.01.2015: 156 (tiefster Stand seit Oktober 2010, Allzeithoch in 2012 lag bei 218)

Am 21.01.2015 gab der Bergbau-Gigant BHP Billiton bekannt 40 % seiner Fracking-Bohrstellen stillzulegen mit Verweis auf den fallenden Ölpreis. Im Wortlaut sagte BHP-Chef Andrew Mackenzie:
“In Petroleum, we have moved quickly in response to lower prices and will reduce the number of rigs we operate in our Onshore US business by approximately 40 per cent by the end of this financial year. The revised drilling program will benefit from significant improvements in drilling and completions efficiency. Our ongoing shale investment program will remain focused on our liquids-rich Black Hawk acreage. However, we will keep this activity under review and make further changes if we believe deferring development will create more value than near-term production.”

Für kurze Zeit ging in den letzten Tagen die Sonne auf für die krisengebeutelte Industrie. Der Ölpreis stieg innerhalb von 3 Tagen von 44 auf 54 US-Dollar. Doch inwzwischen sind wir wieder bei 49 angekommen. Der Ölpreis ist derzeit keine verlässliche Kalkulationsgrundlage um ein Langfristinvestment in Förderausrüstung zu machen.

Die Ironie bei der Geschichte: Hauptverantwortlich für das Überangebot an Öl und den Preisverfall ist die Fracking-Industrie selbst mit der enorm gestiegenen Fördermenge – bis jetzt. Je mehr man frackt, desto stärker sägt man an seinem eigenen Stuhl. Die Saudis und Kuwaitis haben noch genug Öl. Sie können es sich leisten zu 45 US-Dollar zu verkaufen. Die “Fracker” nicht.

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