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Offiziell: Berlins Regierender Kai Wegner zieht sich zurück


Nach anhaltender Debatten um seine Person zieht Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner politische Konsequenzen: Er werde bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September nicht erneut als Spitzenkandidat antreten, sagte Wegner am Freitag in Berlin. Sein Amt als Regierender Bürgermeister will er zunächst weiter ausüben. Er glaube nicht, dass die Koalition nun noch wenige Tage vor der Wahl einen neuen Kandidaten zum Regierenden Bürgermeister wähle.

In einer persönlichen Erklärung verwies Wegner auf seinen politischen Werdegang - vom umstrittenen CDU-Landesvorsitzenden über den Spitzenkandidaten bis zum Regierenden Bürgermeister, was man ihm alles nicht zugetraut habe. Sein Ziel sei es stets gewesen, authentisch zu bleiben.

Zugleich räumte Wegner Fehler in der Kommunikation ein. "Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht. Und ja, glauben Sie es mir, ich ärgere mich am meisten darüber", sagte er unter Anspielung auf sein Krisenmanagement nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz Anfang Januar. "Das war Mist" - in der Sache habe er sich aber "nicht vorzuwerfen".

Er dringe mittlerweile mit wichtigen Themen nicht mehr durch, "weil eine andere Debatte alles überlagert", sagte Wegner. Die Interessen der Stadt und der Partei stünden für ihn über persönlichen Ambitionen. "Die Stadt Berlin ist wichtiger als eine Person", sagte er. Deshalb werde er am Abend den CDU-Kreisvorsitzenden mitteilen, dass er "von einer Spitzenkandidatur Abstand nehme" und "nicht erneut als Spitzenkandidat zur Verfügung stehe".

Wegner verband seinen Rückzug mit einem Appell an die Partei, geschlossen in den Wahlkampf zu gehen. Ziel müsse es sein, ein von der Linkspartei geführtes Bündnis zu verhindern: "Es geht jetzt darum, die Mitte in dieser Stadt zu stärken, dass eben nicht Linksextremisten die Führung in dieser Stadt übernehmen", sagte Wegner.

In seiner Bilanz verwies der Regierende Bürgermeister auf Erfolge der schwarz-roten Koalition. Er nannte unter anderem die beschlossene Verwaltungsreform, Verbesserungen bei den Berliner Bürgerämtern, die Unterstützung für Polizei und Sicherheitsbehörden sowie seinen Einsatz gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens.

Foto: Kai Wegner (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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