Drei Punkte mehr, sagt die Regierung. Klingt wie ein Trinkgeld. Tatsächlich ist das eine ganz hinterhältige Masche, um Bürger hinters Licht zu führen. Bei 22 % MwSt. saugt die Regierung rund 45 Mrd. Euro mehr ab.
Von Meinrad Müller
Unsere Regierung, die beste, die wir je hatten, und mit dem kompetentesten Finanzminister, den wir je hatten, verkauft die Erhöhung als eine gute Nachricht für das Wahlvolk. Die Mehrwertsteuer soll nur um drei Punkte steigen. Nur drei. Das klingt nach einem sanften Nicken, nicht nach einem Griff ins Portemonnaie.
Wer wissen will, wie solche Zahlen entstehen, der setzt sich kurz mit an den grünen Tisch im Finanzministerium. Zwei Beamte beugen sich über ein Blatt Papier. Nennen wir sie Peter und Günther, Besoldungsgruppe B3. Vor ihnen steht eine Zahl wie ein ruhiger See: 19 Prozent MwSt.
Peter: „Wir brauchen mehr Einnahmen.“
Günther: „Dann erhöhen wir doch einfach die Mehrwertsteuer.“
Peter: „Wie viel?“
Günther: „Verdoppeln wir sie. Plus 100 Prozent.“
Peter: „Das wären 38 Prozent MwSt. Dann wird es ungemütlich.“
Peter: „Gut, dann halb so wild. Nur 50 Prozent mehr.“
Günther: „Das sind 28,5 Prozent MwSt. Auch das merkt jeder sofort.“
Peter: „Dann gehen wir weiter runter. 25 Prozent mehr.“
Günther: „Das ergibt 23,75 Prozent MwSt. Immer noch zu auffällig.“
Peter: „Dann ganz fein. So, dass es keiner merkt. Wir nehmen 15,8 Prozent.“
Günther: „Und wo landen wir damit?“
Peter: „Bei rund 22 Prozent MwSt.“
Peter: „Und was sagen wir den Leuten?“
Günther lehnt sich zurück und sagt:
„Drei Punkte mehr. Das klingt klein genug.“
Ausgangswert: 19 Prozent Mehrwertsteuer
|
Erhöhung in Prozent |
bisherige MwSt |
neue MwSt |
|---|---|---|
| 100 % | 19 % | 38,00 % |
| 50 % | 19 % | 28,50 % |
| 25 % | 19 % | 23,75 % |
| 15,8 % | 19 % | 22,00 % |
Der einfache Dreisatz für jeden Küchentisch:
19 Euro = 100 %
1 Euro = 100 ÷ 19 ≈ 5,26 %
3 Euro = 3 × 5,26 ≈ 15,8 %
Wir kriegen dann also rund 15,8 % mehr Steuer.
Was haben wir doch für ein Glück, dass die Schüler den guten alten Dreisatz nicht mehr gelernt haben. So können wir „unserer Presse“ in „unserer Demokratie“ leicht unterjubeln, es wäre nur eine Erhöhung um drei Prozent. Tatsächlich kriegen wir 15,8 % mehr. Einfach genial, unser Lars Klingbeil. Einmal Sozi, immer Sozi.
Die Christlich Sozialistische Union und die Sozialistische Partei Deutschland seien an den großen Vorsitzenden Franz-Josef-Strauß erinnert, der messerscharf kommentierte:
„So wie ein Hund unfähig ist, sich einen Wurstvorrat anzulegen, sind die Sozialdemokraten unfähig, Geldvorräte anzulegen.“
Solange der Bürger genauso schlecht rechnen kann, läuft dieser Taschenspielertrick weiter.
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p




