Gleich vorweg: Es ist kein klassischer Aprilscherz, den sich der Autor wieder mal ausgedacht hat, um seine Leser zu erfreuen.
Von Meinrad Müller
Am 27. März 2026 kam das Bundesministerium der Justiz mit einer neuen Idee hervor: Die Gesellschaft mit gebundenem Vermögen (GmgV). Wer das liest, zweifelt am Verstand, der heute so dünn vertreten scheint.
Als ob Karl Marx persönlich mitgeschrieben hätte
Die Gesellschaft mit gebundenem Vermögen (GmgV) ist keine GmbH und auch keine andere bekannte Rechtsform. Als ob „Das Kapital“ von Karl Marx Pate gestanden hätte, sind Profite verboten, Boni sind verboten und gute Gehälter ebenso. Wer sich jetzt die Augen reibt, der findet die Leitlinien grob hier.
Deine Einlage ist ab sofort für immer futsch
Du hast eine Idee, willst etwas produzieren, verkaufen und damit endlich richtig Geld verdienen? Herzlichen Glückwunsch! In der neuen Sozialismus-GmbH (GmgV) darfst du dein eigenes Geld offiziell für immer verabschieden. Du legst 10.000, 50.000 oder mehr Euro ein und ab sofort ist es gebunden. Für immer. Unabänderlich.
Gewinne dürfen nicht ausgeschüttet werden. Erfolgsboni sind verboten. Anständige Gehälter, die etwas mit deinem Erfolg zu tun haben, ebenfalls nicht gern gesehen. Du darfst fleißig arbeiten, riskieren und schwitzen, aber persönlich reich werden? Das ist in dieser Rechtsform ausdrücklich nicht vorgesehen.
Der Beamten-Traum wird Wirklichkeit
Man muss sich das mal vorstellen: Beamte, die selbst nie unternehmerisches Risiko tragen, denken sich so etwas aus. Sie wollen uns erklären, wie „richtiges“ Wirtschaften aussieht, nämlich indem man das Kapital einfach festbindet und den Gewinn als etwas Verdächtiges behandelt.
Wer soll denn bitte so verrückt sein, da Geld reinzustecken, das für immer „futsch“ ist? Die offizielle Antwort aus Berlin lautet wahrscheinlich: „Das fördert nachhaltiges, langfristiges Unternehmertum.“ Für jeden normal denkenden Gründer klingt das eher wie ein Horrorfilm. Überall dort, wo das Wort „nachhaltig“ vorkommt, kippt die Sache nach links-grün.
Karl-Marx-Kindergarten mit Monopoly
Die FAZ nannte das Konstrukt bereits „Unternehmer, wollt Ihr Euch ewig binden?“ Geschrieben im Karl-Marx-Kindergarten mit Monopoly-Spiel, bei dem die Gewinne einfach nicht ausgezahlt werden dürfen. Funktionieren könnte die GmgV nur dann, wenn regelmäßige staatliche Zuwendungen die Gesellschaft auf Dauer künstlich beatmen.
Aber dann wäre es ja wieder eine Behörde oder NGO.
Wer es nicht glaubt, kann das offizielle Rahmenkonzept direkt auf der Seite des Bundesministeriums der Justiz nachlesen:
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p




