Nvidia hat gerade die stärksten Quartalszahlen der Firmengeschichte hingelegt. 81,6 Milliarden Dollar Umsatz – fast alles dank KI-Chips. Für Anleger besonders spannend: Das China-Geschäft ist noch gar nicht eingepreist. Das könnte der nächste Turbo werden.
Von Meinrad Müller
Rekordjagd ohne Ende
Nvidia-Chef Jensen Huang hat es wieder geschafft. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 (bis Ende April 2026) erzielte das Unternehmen 81,6 Milliarden Dollar Umsatz – ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist der höchste Quartalsumsatz in der Geschichte des Konzerns.
Allein das Data-Center-Geschäft mit den leistungsstarken KI-Chips brachte 75,2 Milliarden Dollar. Das entspricht über 92 Prozent des gesamten Umsatzes. Der Rest kommt aus Gaming, professioneller Grafik und Automotive.
Einfach gesagt: Die ganze Welt baut riesige KI-Fabriken und braucht dafür massenhaft Nvidia-Chips. Die Nachfrage übersteigt das Angebot weiterhin deutlich. Hyperscaler wie Microsoft, Google, Amazon und Meta sowie große Unternehmen investieren Milliarden in KI-Rechenzentren.
Starker Ausblick trotz konservativer Planung
Für das laufende zweite Quartal erwartet Nvidia sogar 91 Milliarden Dollar Umsatz. Das wäre ein weiterer Rekord. Bemerkenswert dabei: In dieser Prognose ist kein einziger Dollar aus China enthalten. Nvidia geht bei der Planung bewusst von null Umsatz aus dem chinesischen Markt aus.
Das zeigt, wie stark das Kerngeschäft außerhalb Chinas bereits läuft. Die Blackwell-Chips der neuen Generation verkaufen sich hervorragend und treiben das Wachstum weiter an.
Das große China-Potenzial
Mitte Mai 2026 hat die US-Regierung die Lieferung des H200-Chips an rund 10 große chinesische Konzerne genehmigt. Dazu gehören Tech-Giganten wie Alibaba, Tencent, ByteDance und JD.com.
Jede dieser Firmen darf bis zu 75.000 H200-Chips bestellen. Insgesamt ergibt das eine genehmigte Menge von bis zu 750.000 Chips. Bei einem Preis von 27.000 bis 30.000 Dollar pro Chip könnte allein dieses Geschäft 20 bis 26 Milliarden Dollar zusätzlichen Umsatz bringen.
Bisher wurde jedoch noch kein einziger dieser Chips ausgeliefert. Die US-Lizenzen liegen vor, doch auf chinesischer Seite ist die finale Freigabe der Importe noch offen. Deshalb hat Nvidia auch in der aktuellen Quartalsprognose keinen China-Umsatz berücksichtigt.
Warum das für Nvidia-Aktionäre wichtig ist
Jede positive Nachricht aus China – etwa erste tatsächliche Lieferungen oder weitere Genehmigungen – wäre reiner Zusatzumsatz. Dieser Faktor ist im aktuellen Aktienkurs noch nicht enthalten. Gleichzeitig bleibt Nvidia der unangefochtene Marktführer bei KI-Hardware.
Der Umsatz von 81,6 Milliarden Dollar in nur einem Quartal entspricht in etwa dem Jahresumsatz von Siemens (rund 87 Milliarden Dollar) und liegt damit auf dem Niveau großer deutscher Industriekonzerne.
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