„Wenn die Kanonen donnern, kaufen!“ – diese Börsenweisheit, formuliert vom Bankier Carl Mayer Freiherr von Rothschild im 19. Jahrhundert, ist heute aktueller denn je. Doch was sollte man in unsicheren Zeiten kaufen?
Von Andreas Männicke
Gutes Geld ließ sich zuletzt mit Ölaktien verdienen, etwa mit der kanadischen Gesellschaft Saturn Oil & Gas, die stark zulegen konnte. Auch Finanzprodukte auf Energierohstoffe verzeichneten seit Jahresbeginn deutliche Gewinne. Outperformer bleiben zudem die oft übersehenen Börsen Osteuropas – darunter Kasachstan, Rumänien, Slowenien und Ungarn –, die den DAX klar hinter sich lassen konnten.
Während Gold und Silber nach ihrem Höhenflug zuletzt korrigierten, konnten sich Bitcoin und andere Kryptowährungen etwas erholen und zeitweise outperformen. Steht der Bitcoin bereits vor einem Comeback? Möglich ist es. In einem derart unsicheren Umfeld können jedoch auch hochverzinsliche Unternehmensanleihen eine interessante Alternative darstellen.
Geopolitik treibt Energiepreise
Der Konflikt im Nahen Osten sorgt weiterhin für erhebliche Unsicherheit an den Märkten. Die Situation bleibt angespannt, da militärische Auseinandersetzungen Infrastruktur und Energieversorgung zunehmend beeinträchtigen.
Besonders gravierend ist die Lage rund um die Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels verläuft. Unterbrechungen führen zu starken Preisschwankungen und belasten die Weltwirtschaft.
Öl und Rohstoffe im Aufwind
Die Folgen sind deutlich sichtbar: Energiepreise steigen, ebenso Preise für verwandte Rohstoffe wie Düngemittel. Dies könnte die Inflation erneut anheizen und geldpolitische Maßnahmen beeinflussen.
Unternehmen aus dem Energiesektor profitieren davon erheblich. Gleichzeitig bleiben auch Finanzprodukte auf Rohstoffe gefragt.
Osteuropa als unterschätzter Gewinner
Bemerkenswert ist die Stärke osteuropäischer Märkte. Börsen in Ländern wie Rumänien, Ungarn oder Kasachstan konnten sich trotz globaler Unsicherheit sehr gut behaupten.
Diese Märkte profitieren häufig von Rohstoffnähe, soliden Bewertungen und attraktiven Dividendenrenditen.
Kryptomärkte im Umbruch
Nach starken Rückgängen zeigt sich am Kryptomarkt eine gewisse Stabilisierung. Bitcoin konnte sich von seinen Tiefs erholen, bleibt jedoch ein volatiles Investment.
ETF-Zuflüsse und steigende Liquidität könnten die Kurse weiter stützen, dennoch bleibt das Umfeld spekulativ.
etzt stellt sich die Frage, ob eine Bodenbildung bereits abgeschlossen ist. Beim Bitcoin gibt es einen Widerstand bei 88.000 USD. Beim Überschreiten würde dies für ein weiteres Erholungspotential sprechen. Die Marke bei 88.000 USD ist ebenso wichtig wie damals als der Bitcoin noch bei 80.000 USD gehandelt hat. Ein erneutes Durchstoßen könnte bedeuten, dass diese Marke nicht mehr wieder gesehen wird. Danach haben sich solche Handelsmuster der Kryptowährung in der Vergangenheit immer in neue Höchststände manifestiert.
Solange diese Konsolidierungsphase bei den Kryptowährungen aber noch anhält, ist es nun vielleicht sinnvoller auf eine Treasury-Bitcoin-Anleihe mit der WKN: A460N4, handelbar in Frankfurt an der Wertpapierbörse, zu setzen. Das Unternehmen Nakiki SE will nach dem Schwungradmodell Eigenkapital und Fremdkapital nutzen, um langfristig den Bitcoin gestaffelt zu kaufen. Die Aktie wird gerade neu aufgestellt und die Anleihe wurde erst in diesem Jahr auf den Markt gebracht und hat einen Kupon von 9,875% bei einer Laufzeit von 5 Jahren. Bei einem Kurs von 90 beträgt die Rendite gegenwärtig sogar 13%. Der Kupon wird halbjährlich ausgezahlt.
Anleihen wieder im Fokus
In Zeiten hoher Unsicherheit gewinnen strukturierte Anlageformen wieder an Bedeutung. Hochverzinsliche Unternehmensanleihen bieten planbare Erträge und können eine Alternative zu volatilen Märkten darstellen.
Sie kombinieren stabile Cashflows mit der Möglichkeit, an neuen Markttrends zu partizipieren.Während Energieaktien und Rohstoffe zuletzt stark profitierten, zeigen auch ausgewählte Aktienmärkte weiterhin Stärke.
Eine breite Diversifikation bleibt entscheidend. Neben Aktien und Rohstoffen können auch Anleihen mit attraktiven Renditen eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio sein – insbesondere in einem von Unsicherheit geprägten Marktumfeld.
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