Bundesregierung macht mehr Dienstreisen mit dem Flugzeug


Regierungsjet A340-313X VIP Die Beamten und Angestellten der Bundesregierung einschließlich aller 119 Bundesbehörden reisten im vergangenen Jahr wieder deutlich mehr mit dem Flugzeug. Sie kamen insgesamt auf 265.823 Einzelflüge, 27.216 mehr als im Jahr zuvor, berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. Demnach stieg besonders die Zahl der von Klimaschützern kritisierten Kurzstreckenflüge um zwölf Prozent auf insgesamt 204.692. Aber auch Mittel- und Langstrecke nahmen zu: Die Gesamtzahl der im Jet zurückgelegten Kilometer stieg von knapp 350 Millionen auf mehr als 386 Millionen.

Der CO2-Ausstoß betrug 213.942 Tonnen. Um das auszugleichen, kaufte das Umweltbundesamt für geschätzt mehr als 1,7 Millionen Euro CO2-Zertifikate aus dem Clean Development Mechanism des europäischen Emissionshandels, berichtet die Zeitung. Es finanziert auf diese Weise Klimaschutzprojekte in anderen Ländern. Die Regierung kann dank der CO2-Kompensationen eine gute Klimabilanz vorzeigen. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Bernd Reuther bezweifelt jedoch, dass die außereuropäischen Flüge der Flugbereitschaft transparent bilanziert sind. "Besonders wer sich mit der Kompensation von Dienstreisen mit Steuergeldern brüstet, sollte in der Lage sein, eindeutige Angaben zu machen", sagte er. Ein Grund für die vielen Inlandsflüge ist, dass etliche Behörden in Berlin und in Bonn Standorte haben. Auf dieser Strecke wurden in der Vergangenheit besonders viele Flüge gezählt. Kritiker monieren, dass gerade solche Dienstreisen aufgrund guter Zugverbindungen vermeidbar seien.

Foto: Regierungsjet A340-313X VIP "Theodor Heuss" der Luftwaffe, über dts Nachrichtenagentur

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