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Wadephul weist Trumps Grönland-Ansprüche zurück


Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich den Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Grönland notfalls auch mit militärischem Zwang unter Kontrolle der USA zu bringen, entgegenstellt.

"Der arktische Raum hat eine neue sicherheitspolitische Bedeutung bekommen", sagte Wadephul der "Bild am Sonntag". Diese Bedeutung werde weiter zunehmen, gerade weil Russland und auch China dort Interessen haben, die unseren zuwiderlaufen. Mit Blick auf seine Reise nach Washington kündigte Wadephul an, er wolle mit US-Außenminister Marco Rubio eine gemeinsame Nato-Strategie besprechen. "Dabei ist es klar, dass es allein Sache Grönlands und Dänemarks ist, über Fragen von Territorium und Souveränität von Grönland zu entscheiden", so der Außenminister.

Die SPD-Bundestagsfraktion drängt auf einen härteren Kurs der Europäer gegenüber Trump. Der außenpolitische Sprecher der Fraktion, Adis Ahmetovic, sagte der Sonntagszeitung: "Europa darf sich von Trump nicht einschüchtern lassen. Wir müssen gemeinsam bei Grönland ein Stoppschild setzen. Trump braucht endlich Klartext." Als Vorbild nannte er den brasilianischen Präsidenten Lula. Der habe "Trump mit harten Gegenzöllen zum Einlenken gebracht".

Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Jürgen Hardt, kritisierte Trumps Ansprüche als "anmaßend und auch gegen amerikanisches Interesse gerichtet". Trump irritiere nicht nur die Nato-Verbündeten, sondern auch weite Teile des US-Kongresses. Gleichzeitig brachte Hardt eine Bundeswehr-Präsenz rund um Grönland ins Spiel: "Dass wir mehr Präsenz im Nordmeer brauchen, ist Konsens in der Nato und sollte eine Nato-gemeinsame Aufgabe sein. Dazu sind Dänen und Grönländer ebenso bereit wie die übrigen Bündnispartner. Es ist unverständlich, dass Trump einerseits mehr Lastenteilung in der Nato fordert, andererseits aber die Sicherheit im Nordmeer offensichtlich ausschließlich als US-Angelegenheit ansieht. Als Bündnis-Aufgabe würde es die US-Streitkräfte entlasten."

Foto: Johann Wadephul (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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