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Bundeswehr will "sexualisiertes Fehlverhalten" untersuchen


Die Bundeswehr will Anfang dieses Jahres mit einer Dunkelfeldstudie zu sexueller Belästigung und Gewalt unter Soldaten beginnen. "Der Start der Umsetzungsphase des Projekts ist für Anfang 2026 geplant", sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Wann erste belastbare Ergebnisse vorliegen, sei aber noch unklar.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Thematik "sexualisiertes Fehlverhalten" sei für die Bundeswehr "von größter Wichtigkeit", betonte die Sprecherin. "Sexuelle Übergriffe stehen im absoluten Widerspruch zu unseren Werten und werden nicht akzeptiert." Allerdings sei das Themenfeld "insgesamt als äußerst sensibel und komplex einzustufen", fügte sie hinzu. "Ein valides, inklusives und wissenschaftlich fundiertes Studiendesign ist daher von essenzieller Bedeutung für die Qualität und Verwertbarkeit der Ergebnisse."

In der Vorbereitungsphase habe man zunächst umfassende Recherchen zu bereits veröffentlichten sowie aktuell laufenden Studien durchgeführt. Überdies beruhe das Projekt "auf einem angemessenen Zeitansatz, der sowohl die Sensibilität des Themenkomplexes berücksichtigt als auch höchste wissenschaftliche Standards gewährleistet".

Die damalige Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD), hatte die Studie im Jahr 2024 angeregt. Daraufhin wurde das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr vom Verteidigungsministerium damit beauftragt.

Der gegenwärtig amtierende Wehrbeauftragte Henning Otte (CDU) drängt allerdings auf mehr Tempo. Es gebe "eine gestiegene Zahl gemeldeter Vorgänge gegen die sexuelle Selbstbestimmung", sagte er dem RND. "Daher fordere ich, dass die Dunkelfeldstudie, die bereits vor mehr als einem Jahr von meiner Vorgängerin im Amt empfohlen und anschließend vom Ministerium angekündigt wurde, jetzt auch zeitnah vom Ministerium umgesetzt und vorgelegt wird."

Die aktuelle Debatte geht auf Fälle massiver sexueller Belästigung und wohl auch Gewalt beim Fallschirmjägerregiment 26 im rheinland-pfälzischen Zweibrücken zurück. Dort sollen 23 Soldaten entlassen werden oder sind es schon.

Foto: Großer Zapfenstreich (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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