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Trittin und Künast für Merkel als Bundespräsidentin


Prominente Grüne können sich die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel als Bundespräsidentin vorstellen. "Natürlich ist eine ehemalige Kanzlerin mit dieser weltpolitischen Erfahrung geeignet für das Amt des Staatsoberhaupts", sagte der frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin dem "Spiegel".

Aber Merkel habe gesagt, dass sie das Amt nicht anstrebe, so der Grünen-Politiker. "Der Respekt gebietet es, diese Entscheidung zu akzeptieren."

Merkels Büro hatte Spekulationen über eine Kandidatur kürzlich als "abwegig" bezeichnet. Und die Grünen-Fraktionsspitze hatte dementiert, dass es Überlegungen gebe, zur Wahl des Staatsoberhaupt 2027 Merkel vorzuschlagen.

Doch auch die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast hält die Altkanzlerin für geeignet. "Frau Merkel wäre eindeutig qualifiziert. Denn eine Bundespräsidentin braucht Berufs - und Lebenserfahrung, Ausstrahlung und ein starkes Bewusstsein für die Aufgaben des Amtes", sagte Künast dem "Spiegel". Das reiche von der Verfassungsprüfung von Gesetzen bis "zum Zuhören und Wahrnehmen, wo im Land der Schuh" drücke. "Und nicht zuletzt, frühzeitig Diskussionen anzustoßen über die Zukunft des Landes und seiner Menschen", so die 70-jährige Grüne, die seit der Wahl vor einem Jahr nicht mehr dem Bundestag angehört. Man müsse wohl akzeptieren, dass Merkel "nein sagt", so Künast. Sie habe ihren Dienst am Land in den 16 Jahren als Kanzlerin allemal geleistet.

Doch die Grüne wünscht sich eine aktive Rolle der Altkanzlerin bei der Suche nach einer geeigneten Kandidatin für das höchste Staatsamt. Deutschland brauche gerade in diesen harten Zeiten Orientierung durch eine "überparteilich agierende und politisch erfahrene" Person. "Frau Merkel traue ich zu, hier einen professionellen Blick drauf zu werfen und durch erfolgversprechende Überlegungen zu bereichern", sagte Künast. Bislang hat die Bundesrepublik noch keine Bundespräsidentin gehabt, alle Staatsoberhäupter seit 1949 waren oder sind männlich. Die Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier endet im Frühjahr 2027.

Foto: Angela Merkel (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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