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Ataman kritisiert Teilzeitpläne der Mittelstandsunion


Die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, hat harsche Kritik an den Reformplänen des CDU-Wirtschaftsflügels für die Teilzeitarbeit geübt.

"Die meisten Menschen, die in Teilzeit arbeiten, sind Frauen", sagte Ataman der "Rheinische Post" (Samstagausgabe). "Sie tun das nicht, weil sie mehr Freizeit wollen, sondern weil sie Angehörige pflegen oder sich um die Kinder kümmern. Sie haben durch die Fürsorgearbeit am Ende des Tages mehr Arbeitsstunden geleistet als viele Männer. Teilzeit klingt nach Luxus, dahinter steckt aber für die meisten Frauen ein Knochenjob."

Der Antrag der Mittelstandsunion, der in einer ersten Fassung den Titel "Kein Recht auf Lifestyle-Teilzeit" trug, sei kein geeignetes Mittel um mehr Frauen in die Vollzeitbeschäftigung zu holen. "Statt Frauen das Leben zu erleichtern, zwingt man sie dazu, sich vor der Kanzlerpartei zu rechtfertigen, weil sie nicht in Vollzeit arbeiten können", so Ataman.

"Wer den Personalmangel in Deutschland so angehen will, schafft nur neue Probleme: Frauen werden mit solchen Vorwürfen nicht motiviert, sondern weiter aus dem Arbeitsmarkt gedrängt. Wer es sich leisten kann, sagt jetzt schon: Das tue ich mir nicht an. Zurecht hoffen viele in der Union, dass diese Initiative am Wochenende endgültig beerdigt wird", erklärte Ataman.

"Die Arbeitswelt ist in Deutschland grundsätzlich auf Männer ausgerichtet", fuhr die Antidiskriminierungsbeauftragte fort. "Das merken wir zum Beispiel daran, dass Homeoffice, flexible Arbeitszeiten und Teilzeit als Luxus betrachtet werden. Dazu kommt, dass Menschen, die in Teilzeit arbeiten, häufiger diskriminiert werden: Sie gelten als weniger leistungsfähig und engagiert, und werden bei Beförderungen und Boni oft übergangen."

Diese Diskriminierung müsse angegangen werden. "Der Personalmangel in Deutschland hat auch viel mit dem Thema Diskriminierung von Frauen am Arbeitsmarkt zu tun", so Ataman. "Wer mehr Arbeitskräfte gewinnen will, sollte Diskriminierung abbauen."

Foto: Ferda Ataman (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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