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Jako verteidigt hohe Trikotpreise gegen Kritik aus Politik


Der deutsche Sportartikelhersteller Jako verteidigt die hohen Preise für Fußballtrikots. "Wenn der Kunde bereit ist, den Preis zu zahlen, ist er auch gerechtfertigt", sagte Jako-Vorstand Tobias Röschl den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Mit Blick auf aktuelle Nationaltrikots verwies er darauf, dass die Erlöse nicht allein bei den Ausrüstern verblieben.

Als Ausrüster der irakischen Nationalmannschaft ist Jako bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 auf der großen Fußballbühne vertreten. Das Trikot des WM-Teilnehmers kostet derzeit 85 Euro und liegt damit unter dem Preis des deutschen Nationaltrikots von Adidas, für das Fans mindestens 100 Euro bezahlen müssen. Röschl verteidigte die Preise grundsätzlich und verwies darauf, dass von den Erlösen neben den Herstellern auch Händler und Verbände profitierten. "Insofern kann mit dem Kauf eines Originaltrikots viel Gutes bewirkt werden", sagte er. Über die Verbände würden etwa Strukturen im Kinder- und Jugendfußball finanziert.

Zuletzt hatte eine Debatte über die Preise von Fußballtrikots für Kinder für Aufsehen gesorgt. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer hatte gefordert, Kindertrikots deutlich günstiger anzubieten, um Familien finanziell zu entlasten. Röschl wies solche Forderungen zurück. "Günstige Preise zu fordern, ist nicht Aufgabe von Abgeordneten", sagte er. Die Politik solle sich stattdessen stärker mit dem Schutz des Handels vor Onlineplattformen wie Temu oder Shein beschäftigen.

Eine Produktion von Trikots in Deutschland würde die Preise nach Einschätzung des Jako-Vorstands nicht senken. Vielmehr verfügten die asiatischen Fertigungspartner über eingespielte Liefer- und Rohstoffketten sowie hohe Qualitätsstandards. "Das Produkt würde durch einen solchen Schritt nicht günstiger werden", sagte Röschl.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage sprach Röschl von einem schwierigen Umfeld für viele Händler. Konsumzurückhaltung und sinkende Kundenfrequenzen in Innenstädten setzten den Einzelhandel unter Druck. Jako selbst habe jedoch in den vergangenen Jahren stark zugelegt und erstmals die Marke von 200 Millionen Euro Umsatz überschritten. Das Wachstum flache inzwischen etwas ab, auch weil das Unternehmen im deutschsprachigen Raum nach eigenen Angaben Marktführer im Teamsportgeschäft sei.

Deshalb setzt Jako auf neue Geschäftsfelder. Neben Fußballschuhen, die in Portugal produziert werden, will das Unternehmen verstärkt Arbeits- und Teamkleidung für Firmen anbieten - von Industriebetrieben bis zu Physiotherapiepraxen. Dabei sollen lokale Sporthändler als Vertriebspartner eingebunden werden.

Jako mit Sitz im baden-württembergischen Mulfingen wurde 1989 gegründet und zählt zu den führenden Teamsportausrüstern im deutschsprachigen Raum. Das Unternehmen stattet zahlreiche Vereine und Verbände aus und ist insbesondere im Amateur- und Breitensport stark vertreten. Zudem rüstet Jako bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 die irakische Nationalmannschaft aus.

Foto: Fußbälle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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