
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant nicht nur eine Reform der Einkommensteuer, sondern auch umfangreiche Steuervereinfachungen für Bürger und Unternehmen. Das berichtet das "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach werde im Finanzministerium derzeit an entsprechenden Maßnahmen gearbeitet.
Die Vereinfachungen könnten Teil des Reformpakets werden, das Union und SPD beim Koalitionsausschuss am 1. Juli schnüren wollen. Ein Sprecher des Finanzministeriums wollte das nicht kommentieren. Ziel des Vorhabens ist es, sowohl die Steuerzahler als auch die Finanzverwaltung von Bürokratie zu entlasten.
Daran arbeitet nicht nur das Bundesfinanzministerium. Auch verschiedene Länderfinanzminister von Union und SPD haben gemeinsam einen Katalog mit möglichen Steuervereinfachungen erstellt. Man hoffe, dass der Bund die Vorschläge aufgreife und zügig umsetze, hieß es aus zwei Landesfinanzministerien.
Das Bundesfinanzministerium wie auch die Länder greifen bei ihren Initiativen auf die Vorarbeit zweier Kommissionen zurück, die im Sommer 2024 ihre Empfehlungen an den damaligen Finanzminister Christian Lindner (FDP) übergeben hatten. Die Ideen des Bundesfinanzministeriums und der Länder würden sich an den Empfehlungen der Kommissionen orientieren, hieß es.
Dazu gehört etwa eine neue Arbeitstagepauschale für Arbeitnehmer. In ihr könnten die Werbungskosten für das häusliche Arbeitszimmer, die Homeoffice-Pauschale sowie die Pendlerpauschale gebündelt werden. Das Ziel dieser und möglicher weiterer Pauschalen: Steuererklärungen einfacher oder sogar überflüssig zu machen. Was mit der vorausgefüllten Steuererklärung begann, soll weiterentwickelt werden, sodass es am Ende für viele Bürger eine automatisierte Steuerveranlagung geben könnte.
Foto: Finanzministerium, via dts Nachrichtenagentur



