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Yougov: Mehrheit sieht Ausbau von Rechenzentren kritisch


Die Bevölkerung in Deutschland steht dem Neubau von Rechenzentren laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov skeptisch gegenüber. Das berichtet die "Welt am Sonntag".

Demnach nannten 72 Prozent der Befragten konkrete Sorgen im Zusammenhang mit den Projekten. Am häufigsten äußerten die Befragten Bedenken zum steigenden Stromverbrauch, zu möglichen Auswirkungen der Anlagen auf die Strompreise und zum Wasserverbrauch für die Kühlung der Rechner. Auch die Belastung lokaler Stromnetze sehen sie kritisch. Ein Viertel der Befragten beunruhigen demnach außerdem die möglichen Auswirkungen auf das Klima, Belastungen für Anwohner durch die Neubauten und eine wachsende Abhängigkeit von großen Technologieunternehmen.

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) zeigte Verständnis für die Sorgen. Er sagte der Zeitung, er verstehe, dass sich die Menschen im Land Fragen stellten, wie sich der Ausbau von Rechenzentren auf sie auswirke. Man müsse "mehr Aufklärung leisten" und deutlich machen, dass die Kommunen und die regionale Wirtschaft von solchen Ansiedlungen profitierten.

Rechenzentren bräuchten gute Standorte mit ausreichend Platz und geeigneter Infrastruktur. "Wir müssen also frühzeitig geeignete Flächen finden, wo alles passt: Stromversorgung, Datenleitungen, Raumplanung, klare Kriterien und Transparenz, insbesondere auch für Akzeptanz in der Bevölkerung", so Wildberger. Aus seiner Sicht sei Rechenleistung "der Treibstoff für zukünftiges Wachstum und Wohlstand". Die Konsequenz aus der Blockade der neuesten Modelle von Anthropic durch die US-Regierung könne nur sein, die eigenen Fähigkeiten massiv zu stärken.

Die Bundestagsabgeordnete Anna Lührmann (Grüne) forderte, die Bürger an den Debatten um den Bau von Rechenzentren zu beteiligen. Die Sorgen solle man sehr ernst nehmen, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Digital-Ausschusses im Parlament. "Wenn Rechenzentren lokale Stromnetze überlasten, Grundwasser gefährden oder die Energiepreise in die Höhe treiben, wird der Widerstand wachsen", sagte sie. Deutschland brauche "einen klugen Ausbau der Rechenleistung". Dabei müsse neben der Nachfrage auch der enorme Ressourcenverbrauch bei Flächen, Wasser und Strom berücksichtigt werden.

Foto: Menschen in einer Fußgängerzone (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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