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Afghanistan-Konsulat protestiert gegen Dobrindts Taliban-Entscheidung


Alexander Dobrindt am 25.09.2025, über dts NachrichtenagenturDas Personal des afghanischen Generalkonsulats in Bonn hat geschlossen gekündigt. Mit dem Schritt will die Belegschaft dagegen protestieren, dass die Bundesregierung dort Taliban-Vertreter tätig werden lässt. Das geht aus einer Pressemitteilung der Betroffenen hervor, über die die "taz" (Dienstagausgabe) berichtet.

Darin heißt es, das Personal sehe sich "außerstande, unseren Dienst unter diesen neuen Umständen fortzusetzen." Die Konsular-Mitarbeitenden, die nun kündigen, waren noch vor dem Fall Kabuls an die Taliban auf ihre Posten gekommen. Sie waren damit Vertreter der alten, liberaleren afghanischen Regierung, die es seit der Machtübernahme durch die Taliban 2021 nicht mehr gibt. Trotzdem versah das diplomatische Personal in Bonn und auch in einem weiteren Konsulat in Berlin bislang weiter seinen Dienst, wurde von der Regierung in Kabul aber nicht mehr als offizielle Vertreter anerkannt. Das afghanische Konsulat in München ist dagegen schon seit einiger Zeit auf Linie der Taliban. Als Gegenleistung für einen Abschiebeflug im Juli, sowie zur Anbahnung weiterer Flüge erlaubte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Sommer zwei Taliban-Vertretern die Einreise. Einer von ihnen soll dem Konsulat in Bonn zugewiesen werden - was dessen Mitarbeitende nun zum geschlossenen Rücktritt bewegte. In der Erklärung schreibt das bisherige Konsulatspersonal über die deutsche Entscheidung, die Taliban-Vertreter einreisen zu lassen: "Dieser Schritt widerspricht den Werten, die wir hochhalten", protestieren die Mitarbeiter. "Unsere Hoffnung bleibt stark, dass Afghanistan eines Tages ein System erleben wird, das auf dem Willen, der Würde und den Träumen seines Volkes aufgebaut ist." Die Taliban hatten nach ihrem Siegeszug 2021 eine Diktatur in Afghanistan wiedererrichtet. Insbesondere Frauen und Homosexuelle werden von den Islamisten massiv unterdrückt. Menschenrechtsorganisationen berichten von Folter und Todesstrafen in den Gefängnissen.

Foto: Alexander Dobrindt am 25.09.2025, über dts Nachrichtenagentur

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