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Palmer nennt Voraussetzungen für Wiedereintritt bei Grünen


Boris Palmer (Archiv), über dts NachrichtenagenturTübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat Voraussetzungen für einen Wiedereintritt bei den Grünen genannt. "Es gibt Gründe, über die Rückkehr zu den Grünen nachzudenken", sagte er der Funke-Mediengruppe. "Wenn, dann müsste es eine Situation geben, in der meine Vorstellung, was der Kern grüner Politik ist, zumindest toleriert werden kann mit meinen Meinungen zu Identitätspolitik." Den Parteiaustritt am 1. Mai 2023 beschrieb Palmer als seine schwerste Entscheidung.

Vorausgegangen war ein Parteiausschlussverfahren, bei dem Palmers Mitgliedschaft ruhend gestellt wurde. Dem Oberbürgermeister wurden rassistische Bemerkungen - etwa die Verwendung des sogenannten "N-Worts" - vorgeworfen. Seit er nicht mehr Mitglied bei den Grüne ist, habe er dieses "ganze Theater nicht mehr", so Palmer. "Also, ich kann die gleichen Dinge machen und sagen, ohne dass ständig jemand über mich herfällt. Also war es von daher ein befreiender Akt und damit geht es mir heute ganz gut. Aber Wirkung zu entfalten, mehr für ökologische Themen zu erreichen, ist sicherlich mit den Grünen und in den Grünen leichter als außerhalb von den Grünen." Wenn es die Chance für eine Rückkehr gäbe, "dann fände ich das gut, darüber würde ich mich freuen, aber ich sehe es derzeit nicht". Deutschland brauche eine ökologische Partei, daher schmerze es ihn, dass die Grünen derzeit nicht gut in Umfragen stünden und die Regierungsbeteiligung im Bund nur drei Jahre gedauert habe, führte Palmer aus. Zum Bruch sei es gekommen, als eine neue Generation in der Partei andere Prioritäten wie Gender- und Identitätspolitik gesetzt habe. Er halte die dahinterstehenden Theorien für kontraproduktiv, so der Kommunalpolitiker. Palmer besteht darauf, das sogenannte "N-Wort" - eine als rassistisch verstandene Bezeichnung für Schwarze - weiter zu verwenden. "Ich finde es problematisch, dass wir dieses Benutzen einzelner Worte moralisieren. Das macht Leute kirre, das treibt sie zur AfD, das macht sie wütend", sagte er. Es gebe keinen Grund, einzelne Wörter zu tilgen. "Und schon gar nicht zu behaupten, dieses eine einzige Wort - über das wir jetzt natürlich nicht reden - sei schlimmer als Hitler oder Holocaust. Warum denn eigentlich? Da sagen wir doch auch nicht H-Wort. Das ist absurd."

Foto: Boris Palmer (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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