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Crumbach rechnet mit BSW ab


Nach dem Ende der Regierungskoalition in Brandenburg und seinem Austritt aus dem BSW rechnet Vizeministerpräsident und Finanzminister Robert Crumbach mit der Partei ab. "Das BSW taugt zu gar nichts mehr", sagte er dem "Spiegel". "Nicht mal zur Opposition. Es gibt keinen Gestaltungswillen mehr in der Partei. Nur zu kritisieren reicht auch in der Opposition nicht."

Die Partei habe sich verändert, sagte er. "Das BSW hat begonnen als Partei, die den Menschen, die von Politik enttäuscht sind, ein besseres Angebot macht und nach konkreten Lösungen sucht. Damit haben wir in unserem Gründungsjahr in den Landeswahlkämpfen geworben: für bessere Gesundheitsversorgung und bessere Bildung. Wir haben nicht nur kritisiert. Das ist vorbei: Jetzt geht es nur noch ums Draufhauen."

Sahra Wagenknecht überschreite Grenzen, fügte Crumbach hinzu. "Mir gefällt Frau Wagenknechts Wortwahl nicht." Als Beispiel nennt Crumbach Wagenknechts Reaktion auf die Ablehnung des Bundestags einer Neuauszählung des Ergebnisses der Bundestagswahl, bei der das BSW knapp gescheitert war. "Ich finde auch, dass man deshalb das Wahlergebnis neu auszählen sollte. Dass Frau Wagenknecht aber die Bundestagsabgeordneten, die gegen eine Neuauszählung gestimmt haben, als `Demokratieverächter` bezeichnet, geht nicht. Das überschreitet eine Grenze."

"Das Bundesverfassungsgericht überprüft die Entscheidung des Bundestags, und damit ist es dann gut. Wir leben in einem Rechtsstaat, und so zu tun, als täten wir das nicht, verbietet sich." Er sei Mitglied einer Landesregierung, er vertrete diesen Staat. "Das BSW hat diese Regierung gestützt, das BSW vertritt diesen Staat. Man darf nicht in einer solchen Art über den Staat herziehen."

Über den harschen Ton seiner ehemaligen Parteikollegen, die ihm nun Verrat und Erpressung vorwerfen, ist Crumbach nicht überrascht. "Das ist im Vergleich zu internen Angriffen noch harmlos." Seine persönliche Erklärung dafür laute, dass diese Kollegen davon ausgingen, dass alle anderen Menschen genauso tickten wie sie selbst. "Also nehmen sie von jedem immer nur das Schlimmste und Böse an."

Foto: Robert Crumbach (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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