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Baden-Württemberg fordert Frankreich zur Aufnahme von Ukrainern auf


Die baden-württembergische Justiz- und Migrationsministerin Marion Gentges (CDU) bemängelt eine unfaire Verteilung von Flüchtlingen aus der Ukraine in Europa. "Sollte der Zuzug anhalten, wird es darauf ankommen, dass wir in Europa zu einer fairen Verteilung der Flüchtlinge kommen", sagte sie dem Nachrichtenmagazin Focus.

"Bisher wurde der entsprechende Verteilungsmechanismus in der `Massenzustromsrichtlinie` nicht aktiviert, da man davon ausging, dass die Menschen sich von selbst innerhalb Europas verteilen würden." Die CDU-Politikerin erwartet jedoch, dass sich das insbesondere durch die vermehrt aus der Ukraine kommenden Männer ändern wird. "Es ist wahrscheinlich, dass sie sich nicht gleichmäßig innerhalb Europas verteilen, sondern in großer Zahl nach Deutschland kommen werden, um bei ihren Familien zu sein", so Gentges. Deshalb sei es umso wichtiger, "dass wir jetzt zu einer gerechten Verteilung der Flüchtlinge innerhalb Europas kommen".

Gentges forderte insbesondere Frankreich dazu auf, sich bei der Aufnahme von Ukrainern stärker zu beteiligen. "Wenn ich zu den französischen Nachbarn schaue, muss ich feststellen, dass Baden-Württemberg inzwischen fast doppelt so viele ukrainische Schutzsuchende aufgenommen hat wie die gesamte Grande Nation." Dies entspreche "keiner fairen Verteilung". Gleichzeitig machte die Justizministerin ihre Erwartung deutlich, dass Ukrainer nach einem möglichen Kriegsende Deutschland wieder verlassen. "Wer einen Schutzstatus besitzt, wird diesen nach dem Ende des Krieges verlieren."

In Deutschland leben derzeit etwa 1,25 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine. Seit August kamen nach Lockerung der Ausreisesperre dort vermehrt junge Männer.

Foto: Marion Gentges (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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