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Polen fordert Platz am Verhandlungstisch im Ukraine-Krieg


Polen kritisiert die Führungsrolle von Deutschland, Frankreich und Großbritannien bei den Gesprächen zum Ukraine-Krieg und fordert einen Platz am Verhandlungstisch.

"Zwischen dem Schwarzen Meer, der Ostsee und der Adria leben 120 Millionen Menschen in der EU, zusammen mit Skandinavien sind es 150 Millionen Menschen, die von Russlands Aggression viel direkter bedroht sind als Deutschland", sagte der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Man kann ein Drittel der EU nicht ignorieren", fügte er an. "Der deutsch-französische Motor ist zu klein, um ein so großes Fahrzeug anzutreiben, zu dem die EU geworden ist."

Bislang hatten vor allem Berlin, Paris und London im sogenannten E3-Format die europäische Position zu möglichen Verhandlungen zu einem Ende des Ukraine-Krieges führend abgestimmt. Sikorski sagte, Polen sei Nachbar sowohl von Russland als auch der Ukraine, Deutschland sei das nicht. Die Menschen im Südosten Polens könnten buchstäblich die russischen Bombenangriffe in der Westukraine hören. "Wir befinden uns an vorderster Front, und 90 Prozent dessen, was in die Ukraine an Rüstung geliefert wird, geht durch Polen. Wir tragen das Risiko dafür", sagte der polnische Außenminister der FAS "In dieser Frage fordern wir daher einen Platz am Verhandlungstisch."

Sikorski schlug vor, in dieser Situation entweder "den Weg über die in den EU-Verträgen festgelegten Institutionen gehen, wie den EU-Ratspräsidenten", also Antonio Costa, "oder wir müssen über eine Koalition der Willigen arbeiten, die den Kontinent bei Verhandlungen vertritt".

Foto: Radoslaw Sikorski (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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