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Merz wirbt für Ukraine-Wiederaufbaufonds


Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat auf der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz im polnischen Danzig für den schon seit Monaten geplanten Wiederaufbaufonds geworben. "In Rom haben wir die Idee eines Europäischen Leitfonds für den Wiederaufbau der Ukraine vorgestellt - heute, hier in Danzig, lösen wir unser Versprechen ein", sagte Merz am Donnerstag.

Deutschland, Polen, Italien und Frankreich sollen 220 Millionen Euro in den Fonds einzahlen, in der Hoffnung, dass weitere Millionen von privaten Investoren fließen. "Mit einem anfänglichen öffentlichen Paket von bis zu 220 Millionen Euro schaffen wir das Vertrauen und den Risikoteilungsmechanismus, den private Investoren jetzt benötigen", sagte Merz.

Gleichzeitig mahnte der Kanzler in Danzig Reformen in der Ukraine an. "Vertrauen basiert auf starken Institutionen", sagte der deutsche Kanzler. Kontinuierliche Fortschritte im Kampf gegen Korruption und bei der Stärkung der Rechtsstaatlichkeit seien unerlässlich, um das Vertrauen der Bürger, internationaler Partner und Investoren gleichermaßen zu erhalten.

Der Wiederaufbau der Ukraine gilt als eine der größten wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen Europas seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Schäden durch den russischen Angriffskrieg werden inzwischen auf mehrere hundert Milliarden Euro geschätzt. Öffentliche Hilfen allein dürften nicht ausreichen, um Infrastruktur, Industrie und Energieversorgung des Landes wiederaufzubauen.

Der "European Flagship Fund for the Reconstruction of Ukraine" wurde erstmals auf der Ukraine Recovery Conference 2025 vorgestellt und soll bis Ende 2026 operativ werden.

Der Fonds unterscheidet sich von klassischen Wiederaufbauprogrammen. Statt Zuschüsse oder Kredite zu vergeben, soll er vor allem als Beteiligungsfonds fungieren. Geplant sind Eigenkapital- und eigenkapitalähnliche Investitionen in strategischen Bereichen der ukrainischen Wirtschaft, darunter Energie, Infrastruktur, Digitalisierung, industrielle Modernisierung, kritische Rohstoffe sowie die Produktion sogenannter Dual-Use-Güter. Das von den Ländern eingezahlte Kapital dient dabei als Risikopuffer, es geht also nur verloren, wenn Investitionen komplett scheitern - dann allerdings zuerst und vor dem privaten Kapital.

Foto: Friedrich Merz (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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