NewsGuard ist ein selbsternannter "US-Medien-Sittenwächter", der Webseiten ungefragt Zeugnisse ausstellt und Alternative Medien mit rotem Stempel als Desinformationsquelle brandmarkt. Achgut hat nach jahrelangem Streit gegen die Stasi-Firma nun vor Gericht gesiegt.
Urteil des selbsternannten "Medien-Sittenwächter" NewsGuard zu Achgut.com - ähnlich auch bei anderen Webseiten: "NewsGuard empfiehlt Vorsicht. Schwerwiegende Verstöße gegen grundlegende journalistische Standards":

Von Meinrad Müller
Eine US-Firma entscheidet darüber, welche deutschen Internetseiten als vertrauenswürdig gelten und welche als Risiko eingestuft werden. Es ist kein Zufall, dass davon natürlich nur alternative Medien betroffen sind. Trotz aller Falschmeldungen und Fake News hat sich NewsGuard noch nie um Spiegel & Co oder ARD & ZDF gekümmert.
Wer eine rote Bewertung erhält, verliert in der Praxis Werbekunden und damit die wirtschaftliche Grundlage seiner Arbeit. Wer bei Corona, Migration, Klima oder auch bei anderen Themen nicht auf Mainstreamlinie fährt, fällt durch das Raster. "NewsGuard empfiehlt Vorsicht. Schwerwiegende Verstöße gegen grundlegende journalistische Standards". Selbsternannte "Newsanalysten" (erfundene Berufsbezeichnung bei NewsGuard) fällen nach Durchsicht der Webseiten des Urteil, natürlich ohne gerichtliche Prüfung.
Elon Musk sagt: NewsGuard ist „Betrug“
Elon Musk hat dafür deutliche Worte gefunden. Der Chef der Plattform X nennt das Modell von NewsGuard „Betrug“. Seine Kritik trifft den Kern. NewsGuard verkauft seine Bewertungen nicht an die Webseitenbetreiber. Das Geld kommt von großen Werbekunden und Agenturen. Diese kaufen die Daten und entscheiden damit, wo ihre Anzeigen erscheinen.
Eine grüne Einstufung zieht Werbung an. Eine rote Bewertung schreckt ab. Einnahmen können dadurch schnell einbrechen. NewsGuard verdient an den Werbekunden. Die Medien tragen die Folgen.
Grün bringt Geld, Rot bringt Probleme
NewsGuard bewertet Seiten wie Achgut.com oder MMNews.de und verkauft diese Einschätzungen an Werbeagenturen und Technologieplattformen. Viele Werbekampagnen laufen nur noch auf als sicher eingestuften Seiten. Kritisch bewertete Angebote werden gemieden. Für die betroffenen Medien bedeutet das sinkende Werbeeinnahmen.
Gericht setzt Grenzen
Das Oberlandesgericht Frankfurt hat in einem konkreten Fall Grenzen gesetzt. NewsGuard durfte Achgut.com nicht in dieser Form als Desinformationsquelle darstellen. Bei vielen Artikeln wurde nur ein einzelnes Beispiel herangezogen. Das reichte dem Gericht nicht für eine so weitreichende Bewertung.
Umstrittene Verbindungen zur CIA
Im Umfeld von NewsGuard finden sich einflussreiche Persönlichkeiten wie der frühere CIA-Chef Michael Hayden. Kritiker sehen darin eine problematische Nähe zu politischen Kreisen. Gleichzeitig bestehen Verbindungen zur Werbebranche, etwa zum Pharmawerber Publicis. Das verstärkt den Eindruck, dass Bewertungen und Werbegeld eng miteinander verknüpft sind.
Am Ende zeigt sich ein einfacher Mechanismus
Schreiben darf jeder. Aber nicht jeder kann es sich leisten. Hier der ganze Dokumentation zum Fall NewsGuard:
https://www.achgut.com/artikel/



