Friedrich Merz verliert nach knapp einem Jahr im Amt komplett die Kontrolle. Misstrauen, interne Kämpfe und offenes Versagen prägen das Kanzleramt.
Von Meinrad Müller
Vertrauensfrage als Zeichen der Verzweiflung
In der Union wird inzwischen offen über eine Vertrauensfrage gesprochen. Merz war bereits im Dezember 2025 bereit, sie zu stellen, weil selbst bei seinem umstrittenen Rentenpaket die Mehrheit unsicher war. Auch vor der Tankrabatt-Einigung dachte man im Kanzlerumfeld ernsthaft über ein vorzeitiges Ende der Koalition nach – aus blankem Frust über die SPD.
Merz wird von Klingbeil nach Belieben vorgeführt
Das Verhältnis zur SPD ist ein Desaster. Friedrich Merz lässt sich von Lars Klingbeil regelmäßig über den Tisch ziehen. Er geht mit einer Position in die Verhandlungen und kommt mit der SPD-Position wieder heraus. Weder Jens Spahn noch Markus Söder werden richtig informiert. Das führt zu chaotischen Zuständen und beinahe zum Scheitern wichtiger Gespräche.
Giftiges Klima und offene Zerwürfnisse im Kanzleramt
Die Stimmung in der Regierungszentrale ist vergiftet. Merz soll seinen Kanzleramtschef Thorsten Frei hart angegangen haben, weil nach dem Rauswurf seines Büroleiters die Koordination weiterhin katastrophal schlecht ist.
Auch Regierungssprecher Stefan Kornelius steht unter schwerer Kritik. Er vernachlässigt die Innenpolitik und sorgt dafür, dass Kanzleramt und Fraktion ständig widersprüchliche und peinliche Ansagen machen.
CDU/CSU abgeschlagen hinter der AfD – die AfD-Truppe scharrt mit den Hufen
Währenddessen liegen CDU/CSU in mehreren Umfragen klar hinter der AfD. Merz selbst ist im INSA-Politikerranking auf dem letzten Platz abgestürzt. Führende Unionspolitiker fragen inzwischen ganz offen, ob dieser Kanzler den Point of no Return bereits überschritten hat.
Selbstmitleid und peinliches Scheitern
In der Außenpolitik liefert Merz ein einziges Chaos. Seit Beginn des Iran-Kriegs hat er seine Haltung mehrfach gewechselt. Zuletzt hat er US-Präsident Trump scharf kritisiert – und damit seiner eigenen Strategie komplett widersprochen. In der Fraktion kursierten danach nur noch höhnische WhatsApp-Nachrichten.
Besonders peinlich: Im Spiegel-Interview beklagt sich Merz öffentlich, kein Kanzler vor ihm habe solche Anfeindungen ertragen müssen. Statt Verantwortung zu übernehmen, verfällt er in Selbstmitleid.
Des einen Leid, des andren Freud. Die AfD reibt sich die Hände.
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