Während US-Kriegsschiffe die Straße von Hormus blockieren, fand man einen Ausweg. Iran schickt sein Rohöl jetzt per Eisenbahn direkt nach China. Dreimal schneller als mit Tankern.
Von Meinrad Müller
Die Schiene wird zur neuen Öl-Route
Die Strecke gehört zur chinesischen „Neuen Seidenstraße“. Sie verbindet China über Kasachstan und Turkmenistan mit dem Iran und führt weiter Richtung Europa. Seit Mai 2025 rollt der reguläre Frachtverkehr. Züge brauchen von Teheran nach China nur rund 12 bis 15 Tage – statt 30 bis 40 Tagen per Schiff. China, das bis zu 80 Prozent des iranischen Öls kauft, sichert sich damit eine unabhängige Versorgung.
Teheran lacht über die US-Marine
Statt auf gefährliche Seerouten zu setzen, die von der US-Navy bedroht werden, hat Iran einen kühnen Plan B aktiviert: Öl per Bahn nach China. Das Wall Street Journal und der iranische Öl-Exporteurs-Verband bestätigen die ersten Lieferungen. Hamid Hosseini, Sprecher des Verbands, spricht offen darüber. Für Teheran ist das mehr als nur Logistik – es ist pure Provokation gegenüber Washington.
Dreimal schneller – aber teurer
Der große Vorteil ist die Geschwindigkeit. Der Zug ist fast dreimal so schnell wie ein Tanker. Doch der Komfort hat seinen Preis: Experten schätzen die Kosten pro Barrel auf das Drei- bis Fünffache des Seetransports. Während ein Tanker etwa einen Dollar pro Barrel kostet, liegen die Bahnkosten bei vier bis fünf Dollar oder höher. Bei den derzeigen Preisen spielt das eine untergeordnete Rolle. Es ist kein voller Ersatz für die See, sondern eine teure, aber wirksame Notlösung.
Gut möglich, dass sich irgendwann eine US-Rakete „verirrt“ und das von China bezahlte Bahngleis trifft. Was dann geschehen würde, mag man sich kaum ausmalen.



