Pompöser Empfang für den US-Präsidenten in China, doch hinter dem roten Teppich tobt ein eiskalter Machtkampf. Donald Trump braucht dringend Erfolge beim Thema Iran und Wirtschaft, doch Xi Jinping diktiert die Bedingungen.
Von Meinrad Müller
Der heimliche Bittsteller im Reich der Mitte
Der US-Präsident kommt diesmal nicht als Chef nach Asien, der Bedingungen diktiert. Er reist mit einem riesigen, brandheißen Problem im Gepäck an, das so gar nicht zu seinem Image als Gewinner passt. Doch hinter dem breiten Grinsen steckt nackte Nervosität.
Das ist ein echter Machtwechsel
Eigentlich wollte Washington das Thema noch vor der Asien-Reise beenden, ein schneller Sieg sollte her. Jetzt sitzt Trump bei Xi Jinping am Tisch und die Krise ist offen wie eine unbezahlte Rechnung. Hinter den Kulissen bettelt Trump die Chinesen regelrecht um Hilfe an. Peking soll in Teheran die Wogen glätten. Was für ein Rollenwechsel! Amerika bittet, China filtert.
Die Tech-Bosse im Schlepptau
Die US-Presse zerlegt Trump dafür bereits im Minutentakt. Seine Umfragewerte daheim sind im Keller, die Inflation frisst das Land auf und der Iran-Konflikt treibt die Spritpreise hoch. Trump fliegt nicht als starker Mann nach China, sondern als Getriebener. Deshalb hat er eine ganze Karawane aus dem Silicon Valley mitgebracht. Elon Musk, Nvidia-Chef Jensen Huang und Apple-Boss Tim Cook weichen ihm nicht von der Seite.
Die USA brauchen Chinas Märkte und seltene Erden dringender denn je, um bei der Künstlichen Intelligenz nicht den Anschluss zu verlieren. Trump sitzt in der Falle: Er muss China eigentlich attackieren, um seine Wähler zu beruhigen, braucht aber gleichzeitig die Gnade Pekings, um seine wichtigsten Konzerne am Leben zu halten. Xi Jinping weiß das natürlich und nutzt diese Abhängigkeit eiskalt aus.
Die Straße von Hormus als Würgegriff
In solchen Verhandlungen gewinnt selten der, der am lautesten brüllt. Es gewinnt der, der Zeit hat. Trump braucht dringend schnelle Ergebnisse, doch Xi Jinping kann einfach abwarten. China hat die Langsamkeit zur Staatskunst erhoben. Wenn Washington drängt, lächelt Peking. Wenn Trump Tempo will, serviert Xi Tee. Das klingt harmlos, ist aber knallharte Machttechnik. Der Iran-Konflikt belastet die US-Wirtschaft massiv. Für Trump ist das ein gigantischer Schatten auf seiner Bilanz, für Xi Jinping erstklassige Verhandlungsmasse.
Am längeren Hebel sitzt unübersehbar in Peking. Trump bringt zwar den Dollar und ein großes Ego mit, doch Xi Jinping hat unendlich viel Zeit. Er hat die Fabriken, die Drähte nach Teheran und die Kunst des Aussitzens. „Amerika first“ gilt nur noch, wenn Peking Ja und Amen sagt.
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