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Trump in Peking: Außer Spesen nichts gewesen

US-Präsident Donald Trump ist zurück aus Peking. Im Weißen Haus feiert man die Reise als historischen Triumph.

Von Meinrad Müller

Doch der Blick in die US-Medien und die politische Realität zeigt ein anderes Bild: Viel Show, roter Teppich, aber erschreckend wenig Substanz für Amerikas Wirtschaft und Sicherheit.

Donald Trump geizte nach der Landung in Washington nicht mit Superlativen. Auf seinen Kanälen rühmt er die „wunderbare Chemie“ mit Chinas Staatschef Xi Jinping. Doch hinter den Kulissen herrscht Ernüchterung. Das spüren auch jene, die dem Präsidenten eigentlich Erfolg wünschen. Seine Unterstützer hatten auf messbare Deals gehofft – auf ein klares Signal der Stärke im Handelsstreit. Was sie stattdessen bekamen, ist ein Haufen vager Absichtserklärungen.

Das Urteil der US-Presse: Eine Inszenierung

Die großen US-Medien – von der New York Times über die Washington Post bis hin zu CNN – fällen ein vernichtendes Urteil. Kommentatoren sprechen offen von einer reinen Show-Veranstaltung. Trump feierte die vermeintlich stabilen Beziehungen. In Wahrheit hat Peking den US-Präsidenten schlicht eingewickelt.

Xi Jinping rollte den roten Teppich maximal aus: militärische Ehren, ein pompöses Staatsbankett, historische Kulissen. Während Trump sichtlich das Bad in den Medienbildern genoss, zog die chinesische Führung hinter verschlossenen Türen ihre Agenda durch. Peking bewies strategische Geduld – Washington dagegen wirkte getrieben.

Der bleierne Schatten Irans

Das drängendste Problem lag wie ein Schatten über den Verhandlungen: die Krise um die Straße von Hormus. Für Trumps Außenpolitik war dieses Thema der eigentliche Gradmesser. Die US-Delegation war mit einer klaren Forderung angereist: China sollte den Druck auf Teheran massiv erhöhen und die lebenswichtige Seestraße absichern.

Eine handfeste diplomatische Schlappe

Mehr als eine butterweiche, unverbindliche Absichtserklärung kam nicht heraus. Beide Seiten betonen zwar, die Meerenge müsse offenbleiben. Doch zu konkreten Schritten oder gar Sanktionen ließ sich Xi Jinping nicht bewegen. China importierte bislang massenhaft Öl aus der Region und denkt gar nicht daran, sich von Washington die Karten diktieren zu lassen. Für Trump, der seinen Wählern eine schnelle Lösung der Krise versprochen hatte, ist das Ergebnis mehr als mager.

Bescheidene Handelserfolge statt des „Mega-Deals“

Auch beim Thema Wirtschaft blieben die Ergebnisse weit hinter den Erwartungen zurück. Ja, es gab ein paar Abschlüsse. China bestellt einige Flugzeuge bei Boeing und kauft wieder mehr amerikanische Sojabohnen. Und KI-Chips. Doch das sind kosmetische Pflaster. Sie werden das riesige Handelsbilanzdefizit der USA nicht im Ansatz ausgleichen.

Die strukturellen Probleme wurden in Peking elegant umschifft. Keine Fortschritte bei den Strafzöllen, kein echter Schutz vor Patentdiebstahl, kein Einlenken Chinas bei den Exporten Seltener Erden. Die Ambitionen des gelernten „Dealmakers“ sind in Peking merklich geschrumpft. Wo Trump einst China ökonomisch in die Knie zwingen wollte, nimmt er nun bereitwillig symbolische Almosen an.

Die Optik der Schwäche

Was Trumps Anhängern besonders wehtun dürfte, ist die Bildsprache dieses Gipfels. Die Kameras zeigten keinen dominanten amerikanischen Führer. Sie zeigten einen seltsam zahmen US-Präsidenten neben einem sichtlich selbstbewussten Xi Jinping. Dass US-Journalisten am Rande der Treffen von chinesischen Sicherheitskräften drangsaliert wurden, passte ins Bild – und blieb von amerikanischer Seite weitgehend unwidersprochen.

Am Ende hat Xi Jinping die Agenda diktiert.

Der Nutzen dieser Reise beschränkt sich auf eine Atempause, eine rein optische Stabilisierung der Beziehungen. Strategisch hat Peking die Oberhand behalten. Für Trump bleibt die bittere Erkenntnis, dass sich globale Geopolitik eben nicht wie ein Immobiliengeschäft in Manhattan abwickeln lässt.

Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p

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