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Friedrich! Ein Schimpfwort?

Ist Friedrich ein Schimpfwort?

 

Von Axel Retz

Als ich gestern im Supermarkt meiner Wahl ein Fläschlein Champagner in meinen Einkaufskorb legte, um am späteren Abend mit meiner Frau auf den nächsten erfolgreichen „Trüffel“ anzustoßen, fanden sich dort auch eine junge Mutter und ihre beiden Kinder, die dermaßen ausgelassen durch die Gänge stoben, dass sich die Mutter zu einem schallenden Ordnungsruf an den vielleicht vier Jahre alten Jungen veranlasst sah.

Und dieser Ruf löste bei den mich umgebenden Kunden teilweise ungläubiges Lachen oder auch unverhohlenes Bedauern des kleinen Jungen hervor. Zitat: „Der ist ja gestraft für sein ganzes Leben!“.

Was aber hatte die Mutter gerufen, das zu diesen Reaktionen geführt hatte? Nur ein einziges Wort, nämlich seinen Namen:

Friedrich

Ob ich den Erhebungen der sog. Meinungsforschungsinstitute vertrauen kann, die die AfD seit geraumer Zeit stabil bei „nur“ 30 Prozent und damit als stärkste der im Bundestag vertretenen Parteien ausweisen, weiß ich nicht. Seit gestern schon einmal gar nicht mehr. Denn wenn ein Kind von Menschen wirklich dafür bedauert wird, den Vornamen des amtierenden Bundeskanzlers zu haben, dann spricht das wahrlich Bände! Selbst eine Angela oder ein Olaf hätten vermutlich keine derartigen Reaktionen hervorgerufen können, ein Friedrich aber schafft das aus dem Stegreif. Mir hat es zu denken gegeben. Und Friedrich dem Großen sollte es das auch!

Rund ein Drittel der Wähler heute in die rechtsextreme Ecke zu stellen und die Partei mit dem prozentual größten Zuspruch sogar verbieten lassen zu wollen, nur weil sie heute programmatisch die Wiedergeburt der CDU von 2002 verkörpert, lässt bzgl. „unserer Demokratie“ keine erbaulichen Schlussfolgerungen zu.

Über sieben Brücken musst Du gehn

Ursprünglich 1978 von der DDR-Rockband Karat veröffentlicht, erreichte der Song dieses Namens im Westen erst durch die Neubearbeitung Peter Maffays einen größeren Bekanntheitsgrad. Aber das ist lange her. Und heute erinnert die Empfehlung, über sieben Brücken zu gehen bzw. zu fahren, durchaus an das beliebte Gesellschaftsspiel Russisch Roulette.

Denn während die Bundesregierung Milliarden von Euros in die Ukraine transferiert, damit das Land nach Kräften Brücken in Russland in Schutt und Asche legen kann, zerlegen sich diese Bauwerke hierzulande von ganz allein.

Jüngstes Beispiel: Die Friedrich-Ebert-Brücke, die im Norden Bonns den Rhein überspannt und seit dem 3. Juni aufgrund von Sicherheitsbedenken für den Verkehr komplett gesperrt werden musste und bis 2034 durch einen Neubau ersetzt werden soll.

16.000 Brücken, so die Angabe der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) in Deutschland, sind dermaßen baufällig, dass sie entweder verstärkt oder gleich abgerissen und neu gebaut werden müssen. Link

Gemessen an den Summen, die hier im Raum stehen, sind die im sog. Sondervermögen enthaltenen Finanzmittel kaum mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Und ob diese Gelder tatsächlich jemals in der Sanierung der baufälligen Infrastruktur ankommen und nicht anderweitig versickern, das steht in den Sternen. Denn zu viele Haushaltslöcher warten darauf, gestopft zu werden.

Und dann wäre da ja auch noch das Thema Rüstung, in das Steuergelder fließen sollen, bis der Notarzt kommt. Angeheizt durch immer schrillere Alarmrufe, die vor einem bevorstehenden Angriff Russlands warnen, soll die Bundeswehr, so der Verteidigungsminister, ja „kriegstüchtig“ gemacht werden. Ich für meinen Teil bezweifele, dass sich dafür unter der heutigen Jugend eine hinreichend große Zahl an Rekruten wird finden lassen. Zudem:

Während die Kriegstrommeln immer lauter geschlagen werden und der Beschallung der Bevölkerung mit den angeblichen Angriffsplänen Moskaus in den öffentlich-rechtlichen Medien zunehmend Sendezeit verliehen wird, sieht der oberste Nato-Kommandeur in Europa (Saceur) keine derartigen Pläne Moskaus. Interessant.
Link

Wäre ich der Bundeskanzler, würde ich alles daran setzen, die Kriegsrhetorik in die unterste Schublade wegzusperren, eine auf Vertrauen und Kooperation basierende Beziehung zu Russland aufzubauen und die geplanten Ausgaben für Rüstung in den längst überfälligen Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft und die Belebung der am Boden liegenden Konjunktur zu investieren. Denn die Ukraine und der Persische Golf haben einmal mehr bewiesen, wie schwachsinnig Kriege sind.

Was den Krieg im Nahen Osten betrifft, würde ich auf die Fortdauer der Waffenruhe und die Vereinbarung eines echten Friedens zurzeit noch keinen Pfifferling wetten. Der Libanon, die Hisbollah, die Huthis und auch Israel verfolgen eigene Interessen.

Die Dominanz der USA ist längst nicht mehr das, was sie einmal war. Die Stimme des US-Präsidenten hat an Gewicht verloren und die Vereinigten Staaten sind geschwächt aus diesem Waffengang hervorgegangen. Vor den Augen der ganzen Welt. Link

Oben ohne

Es ist schon ein Kreuz. Noch zumindest. Denn während von welchen Gründen auch immer getriebene Zeitgeister aus dem linksgrün-feministischen Spektrum den Frauen das Recht erstritten haben, sich im Sommer beim Baden ohne Bedeckung der Brust zu zeigen, etabliert sich nun aus derselben Ecke ein neuer Trend, der der Lust an der Verhüllung des weiblichen Körpers frönt. Link

Dass es ausgerechnet der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist, der einen neuen Modetrend in Richtung bodenlanger Ummantelung (Abaya) und Hijab ausgemacht zu haben und ihn propagieren zu müssen glaubt, verwundert nicht. Rotes, grünes oder nicht vorhandenes Gedankengut scheinen seit langem zur conditio sine qua non für eine erfolgreiche Bewerbung bei diesen Medien geworden zu sein, die mit Journalismus nicht mehr viel am Hut haben, wohl aber mit Erziehung, Manipulation, Regierungsfubk, Gehirnwäsche, Spaltung der Gesellschaft und Volksverhetzung.

Geradezu reflexhaft kommt einem da natürlich des Kanzlers geflügeltes Wort vom leidigen „Stadtbild“ vor Augen.

Bei Mädchen und Frauen mit Verschleierung stellt sich mir stets die Frage, ob diese Kopfbedeckung freiwillig und als Ausdruck des muslimischen Glaubens angelegt wird, als bewusstes Statement gegen das Gastland oder aber gezwungenermaßen aufgrund eines patriarchalischen Gesellschaftsmodells wie etwa im Iran.

Diesen Kleidungsstil jetzt aber als en vogue und hipp einzustufen und ihn als trendy auch für nicht muslimische Frauen (m/w/d) zu feiern, ist in meinen Augen schon arg. Gerade auch, weil es genau von denen kommt, die sich vorgeblich zur Freiheit, Emanzipation und Frauenrechte einzusetzen vorgeben, vor dem Islam aber Kniebeugen machen. So wie einst der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit seinem berühmt gewordenen Zitat: „Es ist das Recht der Frau sich zu kleiden wie auch immer sie möchte, das ist meine Meinung dazu. Im Übrigen nicht nur die muslimische Frau, jede Frau kann ein Kopftuch tragen. Und wenn das so weitergeht, bei dieser tatsächlich um sich greifenden Islamophobie, wird noch der Tag kommen, wo wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen. Alle, als Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun.“

Da passt es wie die Faust aufs Auge, dass in den Medien Kritik und Entrüstung aufbrandeten, weil beim gerade laufenden Fußballspektakel zwei deutsche Kicker zusammen mit einigen Mitgliedern der Mannschaft aus Curacao auf dem Platz gemeinsam gebetet hatten Link
Felix Nmecha und Jonathan sind Christen, wohlgemerkt. Und da sieht man Glaubensbekundungen in der Öffentlichkeit im Werte-Westen gar nicht gerne.

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