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250.000 Euro: Gysi verteidigt hohe Nebeneinkünfte als Abgeordneter


Gregor Gysi verteidigt seine hohen Nebeneinkünfte als Bundestagsabgeordneter. Kein anderer Abgeordneter verdient demnach so viel Geld mit Bühnenauftritten wie der Linkenpolitiker.

Das berichtet der "Spiegel" gemeinsam mit der Transparenzinitiative Abgeordnetenwatch, die die Selbstauskünfte der Bundestagsabgeordneten ausgewertet haben. Gysi habe mit seinen bezahlten Tätigkeiten abseits des Parlaments innerhalb eines Jahres insgesamt rund eine Viertelmillion Euro eingenommen. Allein mit Auftritten als Vortragsredner, Talkgast und Moderator nahm er dem Bericht zufolge über 200.000 Euro ein. Nur zwei weitere Abgeordnete hätten demnach ebenfalls vergütete Reden gemeldet: Die CDU-Politikerin Caroline Bosbach erhielt laut dem "Spiegel" für zehn Vorträge insgesamt 40.300 Euro, ihre Parteifreundin Elisabeth Winkelmeier-Becker soll den Angaben zufolge 1.190 Euro für einen Vortrag bekommen haben.

Kritik am Ausmaß seiner Nebentätigkeiten - 73 bezahlte Auftritte in knapp 15 Monaten - wies Gysi zurück. "Meine Nebentätigkeiten beeinträchtigen meine Abgeordnetentätigkeit nicht", sagte er dem "Spiegel". Er arbeite eben viel, was auch persönliche Gründe habe.

Gysi rechnete vor, wie viel Geld er von den Nebeneinkünften behalte. Seine Tätigkeit als Rechtsanwalt sei ein Minusgeschäft, weil sein Anteil an den Betriebskosten weit über seinen Einnahmen gelegen habe. Das Finanzamt setze diesen Minusbetrag ab, sodass Nebeneinnahmen in Höhe von 202.097,15 Euro verblieben. Zudem gebe er an, seiner Partei monatlich 3.000 Euro an Spenden und Beiträgen zu zahlen sowie rund 2.000 Euro für wohltätige Zwecke zu spenden. Am Ende behalte er von Diäten und Nebeneinkünften letztlich ein Nettoeinkommen von 11.051,36 Euro.

Im Bundestag hielt er in der laufenden Legislaturperiode bislang fünf Reden, bei 26 von 57 namentlichen Abstimmungen fehlte er. Das bedauere er, sagte Gysi, und führte als Grund die vorgezogene Bundestagswahl an. Die Termine seiner Veranstaltungen im Jahr 2025 seien im Jahr zuvor geplant worden, das Ampel-Aus habe das durcheinandergebracht. Nun werde alles besser: "So werden Sie erleben, dass ich 2026 weitaus weniger fehle."

Foto: Gregor Gysi (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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