Alle EU-Länder sollten langfristig dem Euro beitreten, sagt der Marcel Fratzscher, der künftige Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). - "Ich bin überzeugt, dass es den Euro in zehn Jahren und auch in 100 Jahren noch geben wird".
Alle EU-Länder sollten langfristig dem Euro beitreten, sagt der Marcel Fratzscher, der künftige Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Interview mit der „Welt“. Der Euro sei der richtige Weg für die Integration Europas. Die Frage sei allerdings, wie man sicherstelle, dass die Währung erfolgreich sei. Der 41-Jährige ist überzeugt: "Bei der Geburt des Euro wurden viele wichtige Weichenstellungen versäumt." Die Finanzmärkte etwa hätten früher zusammenwachsen müssen – und auch die Bankenunion hätte viel früher kommen sollen, sagt der Ökonom, der ab Februar 2013 als jüngster deutscher Wirtschaftsforscher an der Spitze des DIW stehen wird.
Ein systemisches Risiko, dass die Währung insgesamt ins Wanken bringen könnte, sieht Fratzscher in der Euro-Krise nicht. "Ich bin überzeugt, dass es den Euro in zehn Jahren und auch in 100 Jahren noch geben wird", sagte Fratzscher der "Welt". Es sei dabei ein wichtiges Signal, dass die Währung während der Krise Stabilität gezeigt habe.
Als DIW-Chef will Fratzscher das Institut auch im Bereich der Konjunkturforschung zu stärken. Es sei sein Ziel, dass das größte deutsche Institut ab 2013 etwa wieder bei der Gemeinschaftsdiagnose für die Bundesregierung dabei sei: "Ich werde mich so gut ich kann dafür einsetzen, dass das ab 2013 auch wieder klappt", sagte Fratzscher.