Offene Erwiderung auf Rolf Ehlers´ Replik vom 14. 10. 2012 Gelobt sei was hart macht auf meinen Beitrag Mündigkeit: Disziplin und Liebe vom 13. 10. 2012.
von Norbert Knobloch
Sehr geehrter Herr Ehlers,
nachdem ich Ihre „Replik“ auf meinen Artikel und daraufhin diesen noch einmal aufmerksam gelesen hatte, mußte und konnte ich nur noch ungläubig den Kopf schütteln: Ihre „Kritik“ zielt ins Leere, denn sie hat mit meinem Text nichts zu tun – Sie haben meinen Text offenbar lediglich flüchtig überflogen und / oder nicht verstanden (worauf übrigens schon die von Ihnen gewählte dämliche Überschrift Ihres wirren, konfusen Beitrages deutlich hinweist). Ihre „Kritik“ (von »kritike techne«, altgriechisch: „die Fähigkeit der sachgemäßen Untersuchung und Beurteilung“) besteht ausschließlich aus Vorurteilen, unzutreffenden Unterstellungen sowie Fehl-Assoziationen, Irrtümern, falschen Aussagen und krassen Fehlern.
Da in Ihrem Beitrag offensichtlich geworden ist, daß Sie die Bedeutungen der Begriffe »Spiritualität« und »Esoterik« nicht kennen (und obendrein – wohl gerade deswegen – erhebliche Vorurteile dagegen hegen), zunächst eine Definition dieser Begriffe. Dafür muß zuerst der übergeordnete Begriff »Religion« geklärt werden:
»Religion« wird etymologisch von den lateinischen Wörtern religari: verbunden sein mit, religare: wieder verbinden, relegere: sorgfältig beachten und religere: eine kultische Pflicht erfüllen hergeleitet. Es geht also um (Rück-) Bindung durch Achtsamkeit (vgl. die Sadhipattana-Methode des Buddho) und Aufmerksamkeit sowie durch Übung und Praxis (Achtsamkeit und Übung = Disziplin!)
„»Religion« ist erlebnishafte Begegnung des Menschen mit dem Heiligen und antwortendes Handeln des vom Heiligen bestimmten Menschen“ – diese Definition des großen deutschen Religions-Wissenschaftlers Gustav Mensching ist substantiell (Gegenteil: funktional); sie erfaßt Wesen und Inhalt der Religion: Sinn zu stiften und zu helfen, Krisen zu bewältigen (mithilfe von Disziplin!). Betont werden in der substantiellen Definition der Bezug zur Transzendenz (von transcendere, lat: (hin)übersteigen, nämlich best. Grenzen, z. B. der Sinne), der Glaube (nicht das Glauben!), die ideelle Sinnhaftigkeit und der individuelle, subjektive Aspekt dieser Kriterien: die persönliche Religiosität.
Die funktionale Definition dagegen betont die äußere Funktion und Leistung der Religion, nämlich die Legitimierung und Stabilisierung der Gesellschaft, ihrer Werte und Institutionen u. das Stiften sozialer Identität. Das geschieht vermittels einer dogmatischen Lehre innerhalb eines Glaubens-Systems einer organisierten Gemeinschaft wie z. B. der Institution der Kirche.
»Spiritualität« (von spiritualis, lat.: geistlich) ist eine Form der Religiosität, deren Schwer-punkt im eigenen inneren Erleben, der individuellen seelischen und geistigen Erfahrung des Heiligen liegt – im Unterschied zu den äußerlichen, festgelegten, allgemein-verbindlichen Formen (Rituale, Zeremonien) der organisierten, institutionalisierten Religion (Kirche). »Spiritualität« ist eine vom Einzelnen praktisch gelebte, persönlich-verbindliche Religiosität.
Der Begriff »Esoterik« schließlich leitet sich von den beiden griechischen Wörtern esoterikos: innerlich, nach innen gerichtet und esoteros: das Innere ab (Gegenteil: Exoterik bzw. exoterisch; der „Normal-Zustand“ des durchschnittlichen Menschen ist exoterisch). Diese beiden Wörter haben zwei Bedeutungen: Ursprünglich bezieht sich »Esoterik« auf das Geheimwissen und die Geheimlehre eines „inneren“, nämlich (im positiven Sinne) elitären Kreises von Eingeweihten der antiken Philosophen-Schulen (deshalb nannte der jamaika-nische Reggae-Musiker Bob Marley [†] eine seiner Bands „Inner Circle“!). Zweitens meint »Esoterik« das willentliche Richten der bewußten Aufmerksamkeit / Achtsamkeit (Disziplin!) nach innen und die (nur) dadurch mögliche innere spirituelle, religiöse Erfahrung.
Die Praxis dessen heißt »Mystik« (von myein, griechisch: Augen und Lippen schließen). Der Mystiker zieht also die Aufmerksamkeit von den äußeren Körpersinnen und damit von der Materie ab und richtet sie willentlich (mit Disziplin!) konzentriert nach innen – im wörtlichen Sinne, denn „konzentrisch“ bedeutet „auf einen gemeinsamen Mittelpunkt bezogen“. Ein anderes Wort dafür ist »Meditation« (von meditari, lat.: über etwas nachdenken, reflektieren). Es gibt u. a. alt-indische (Yoga), alt-persische (Magie), alt-ägyptische (Hermetik), jüdische (Qabbalah), islamische (Sufismus) und christliche (Gnosis) Mystik bzw. Esoterik.
Der Zweck, das Ziel der Übung/en (Disziplin!) ist die Rückbindung (s. o.) des körperlich, seelisch und geistig isolierten, vom Ganzen getrennten Menschen an das Ganze („Gott und die Welt“) durch (Selbst-) Erkenntnis, die als gleichbedeutend mit Erkenntnis des Göttlichen („Erleuchtung“, „Unio Mystica“, „Hieros Gamos“, „Nirwana“) verstanden wird („Erkenne dich selbst, dann erkennst du Gott.“). Es geht also um Erweiterung der Bewußtheit und um Veränderung (Transmutation), nämlich Entfaltung, Entwicklung, Wachstum und Vollendung der Persönlichkeit, des Selbst des Menschen, letztlich um Heilung (Heil-Sein = Ganz-Sein!) und (Selbst-) Erlösung des Menschen während seines Lebens im physischen Körper auf Erden. Und dieses spirituelle Wachstum, diese Heilung ist nur mit willentlich tätiger Anstrengung, also mit (Selbst-) Disziplin zu erreichen.
Die Bedeutungen der Begriffe »Disziplin« und »Problem« habe ich in meinem Artikel in jeweils einem eigenen Absatz exakt und präzise definiert und erklärt; das haben Sie entweder überlesen oder ebenfalls nicht verstanden, wie Ihre Zeilen aufzeigen. (Bitte dort nachlesen!)
Damit sind wir wieder bei Ihrer „Replik“, auf die ich nun im Folgenden eingehen werde.
Sie schreiben zu Beginn: „Aber sonst stimmt kaum etwas in Ihrem Beitrag. Der Weg zum Ziel, den Sie beschreiben, ist überholt und falsch. Die Quellen, auf die Sie sich stützen, sind mehr als fragwürdig.“ Zunächst eine vorläufige Behauptung: Es stimmt alles in meinem Beitrag (das wird sich am Ende meiner Erwiderung gezeigt haben; außerdem ist es evident – mein Artikel spricht für sich selber.). Der Weg zum Ziel, den ich beschreibe (Wachstum durch Bewußtseins-Entwicklung) ist klassisch, zeitlos und ewig gültig, nämlich uraltes, auf praktischer Erfahrung beruhendes Weisheits-Wissen und seit Jahrtausenden empirisch belegt und bewährt. Und er ist sogar der einzig mögliche Weg zu dem Ziel, um das es hier geht. Die Quellen, auf die ich mich stütze, kennen Sie gar nicht, weil ich sie gar nicht erwähnt habe (die Veden, das Mahabharata, die Bhagavadgita, die Upanischaden / der Vedanta, die Yoga-Sutras, der Tripitaka, das Tibetische Totenbuch, das Tao-Te-King, das I-Ging, der Sohar, das Sefer Jezirah, die Bibel); die Verweise in meinem Text sind nur Beispiele und Bestätigungen zum besseren Verständnis meiner Ausführungen (bei Ihnen allerdings leider vergeblich).
Sie fragen: „Disziplin soll über Anstrengung, Mühe, Schweiß und Qual zur Mündigkeit führen?“ Die Wörter „Schweiß“ und „Qual“ erwähne ich in meinem 3.878 Wörter umfassenden Artikel nicht ein einziges Mal. Disziplin führt nicht zur Mündigkeit; Disziplin ist nur das Instrument, das Werkzeug, das auf dem Weg, der zur Mündigkeit führt, vonnöten ist. Und es kostet eben Anstrengung, es bereitet Mühe, dieses Werkzeug zu gebrauchen. Disziplin ist auch nicht das Vehikel (transportierendes Element) auf dem Weg zur Mündigkeit; Vehikel sind z. B. die Psychoanalyse und die Meditation. Aber um diese „Fahrzeuge“ benutzen zu können, bedarf es wiederum des Willens, des Mutes sowie der Entschluß- und Tatkraft, dies zu tun, und die Entwicklung, Schulung und Übung des Willens, des Mutes, der Entschluß- und Tatkraft ist eben per definitionem Disziplin. (Ihre Aussage ist also keine „antiquierte Vorstellung“ von mir, sondern unsäglicher Unsinn von Ihnen.)
(Vgl. das „Große Fahrzeug“ [Mahayana] und das „Kleine Fahrzeug“ [Hinayana] im Buddhismus und Yoga als „Die Kunst, ein Pferde-Gespann zu lenken“ [Boris Sacharow]: „Erkenne dein Selbst als den Besitzer des Wagens, deinen Körper als den Wagen, deinen Verstand als Wagenlenker und das Denkprinzip als Zügel [und die Rosse als die Sinne].“ [Katha Upanischad, II, 3, 3]! Und nun vgl. damit die Analogie: „Der schwache Körper befiehlt, der starke Körper gehorcht.“ [Jean Jacques Rousseau]!)
Selbstverständlich ist das geflügelte Wort „No Pain – No Gain“ („Kein Schmerz – kein [Muskel-] Wachstum“) keine meiner Quellen, sondern – wie expressis verbis erwähnt – nur eine Analogie (Ähnlichkeit, Entsprechung; von analogos, griechisch: übereinstimmend) zur Veranschaulichung und zur Bestätigung meiner Ausführungen. Und „masochistisch“ ist es auch nicht: »Masochismus« (nach dem österreichischen Schriftsteller Sacher-Masoch [1836 – 1895]) ist eine psychische Perversion (krankhafte seelische Entartung), nämlich das Empfinden von sexueller Erregung durch Erleiden körperlicher od. seelischer Mißhandlungen
Das Überwinden einer bestimmten (harmlosen) körperlichen Schmerzgrenze beim sportlichen Widerstands-Training ist nicht „masochistisch“, sondern diszipliniert, nämlich die Über-windung des umgangssprachlich sog. „inneren Schweinehundes“ – der Bequemlichkeit, der Trägheit und der Faulheit sowie der Scheu vor momentan unangenehmen Empfindungen wie Mühe und Schmerz! (Ich habe selber Natural-Body-Building betrieben und mit bekannten deutschen Professionals der sechziger u. siebziger Jahre trainiert, weiß also, wovon ich rede.)
Ein anderes Beispiel: bevor ich die faszinierende Aussicht von einem Berggipfel genießen kann, muß ich die Anstrengung, die Mühe und die Arbeit des Aufstiegs auf mich nehmen. Das ist nur mit Willen, Entschlußkraft und der Umsetzung in die Tat möglich – kurz: nur mit Disziplin. Der Lohn ist die Freude über die eigene Leistung und, um im Bild zu bleiben, das grandiose Landschafts-Panorama, vielleicht noch zusätzlich mit einem romantischen Sonnen-Auf- oder -Untergang. Und bei diesem Beispiel kommt sogar buchstäblich der „Schweiß“ ins Spiel: „Ohne Schweiß [Fleiß] kein Preis“ (frei nach dem Volksmund)! (Auch hier weiß ich, wovon ich rede, denn ich war jahrelang aktives Mitglied des Deutschen Alpenvereins.)
Bei Carl Gustav Jung, Scott M. Peck, Thorwald Dethlefsen, Wilhelm Reich und auch bei Ruediger Dahlke befinde ich mich in guter, bei Sarvepalli Radhakrishnan (nicht „Radekrishnan“!) sogar in bester Gesellschaft. Mit Oskar Rudolf Schlag habe ich nichts zu tun. (Das ist Pseudo-„Esoterik“ oder „Bahnhofs-Esoterik“ und „Küchen-Psychologie“, wie meine emeritierte Philosophie- u. Psychologie-Dozentin zu sagen pflegte.)
Mit dem, was ich für meinen Artikel heranziehe, haben die Genannten eben recht, auch wenn sie bei anderen Gelegenheiten vielleicht Unsinn geredet oder geschrieben haben sollten. Ich würde sogar gemeingefährliche Irre und gewerbsmäßige Berufsverbrecher in Personalunion wie Bush, Churchill, Kissinger, Roosevelt, Truman oder Stalin zitieren, wenn das Zitierte richtig, zutreffend und wahr ist. Wo jemand recht hat, hat er recht – ob er Irrer, Mörder oder sonstwas ist. Aber das können oder wollen Sie offenbar nicht unterscheiden und trennen.
Sie schreiben: „Dann aber folgt die erste fatale falsche Unterstellung, dass sich Problemen zu stellen und sie zu lösen unbequem, unangenehm, ja schmerzhaft sei. Das ist keine Unterstellung, und schon gar keine falsche, sondern die zutreffende Feststellung einer jahrtausendealten empirischen Erfahrung jedes einzelnen Menschen, der jemals gelebt hat. Weiter: „Der zweite Fehlschluss ist der, dass die absolute Mehrheit der Menschen den Fehler mache, zu versuchen, den Problemen auszuweichen.“ Auch das ist kein Fehlschluß, sondern wiederum die zutreffende Feststellung einer jahrtausendelangen empirischen Beobachtung und Erfahrung, die übrigens hochaktuell ist. Und schließlich: „Denn, wieder falsch, das Leben bekäme erst durch diese Probleme bzw. die Mühe ihrer Lösung seinen Sinn.“ Nein – nicht falsch, sondern richtig und wahr. Gerade davon handelt ja fast mein gesamter Artikel, darum wiederhole ich mich hier nicht. Bitte lesen Sie ihn noch mehrere Male sehr aufmerksam (das braucht allerdings Disziplin!); vielleicht erkennen und verstehen Sie dann.
„… entwickeln eine Freude daran, Probleme aufzustöbern….“ Dieser Unsinn hat mit dem Thema meines Artikels nichts zu tun; es zeigt auf, daß Sie mich überhaupt nicht verstanden haben. Es geht nicht darum, ob irgendwo ein noch ungelöstes „Problem“ darauf wartet, endlich gelöst zu werden (wie z. B. die Große Vermutung des französischen Mathematikers Pierre de Fermat, die Dr. Peter Plichta gelöst hat); es geht um die Probleme, vor die jeder Mensch während seines gesamten Lebens gestellt wird, und um Krisen im Lebenszyklus
Was aus diesen Übergangs-Phasen Krisen macht – also problematische und damit schmerz-hafte Prozesse –, ist die Tatsache, daß wir gewohnte Sicht- und Handlungsweisen aufgeben müssen. Die meisten Menschen sind nicht willens und nicht fähig – mangels Disziplin! – den Schmerz des Aufgebens, der damit verbunden ist, auf sich zu nehmen. Folglich klammern sie sich, oft ihr ganzes Leben lang, an ihre alten, aber überholten Denk- und Verhaltensmuster und schaffen es daher nicht, mit irgendeiner Krise fertigzuwerden, wirklich erwachsen zu werden. Sie erleben nie das freudige Glücksgefühl des „Neugeborenwerdens“, das jeden erfolgreichen Akt des Aufgebens und damit des Übergangs zu größerer Reife begleitet.
Hier einige der Zustände, Wünsche, Vorstellungen und Einstellungen, die im Verlauf einer gesunden Lebensentwicklung – unter Schmerzen – aufgegeben werden müssen:
- der paradiesische Zustand des Säuglings
- die Allmachts-Phantasie des Kleinkindes
- der Wunsch nach totalem (inkl. sexuellem) Besitz der Eltern
- die Unbeschwertheit der Kindheit
- die Ungebundenheit, Freiheit, Agilität der Jugend
- die sexuelle Attraktivität und Potenz der Jugend
- die geliebten Eltern (Trauer), der geliebte Partner (Liebeskummer)
- die Wunsch-Phantasie der „Unsterblichkeit“
- die Unabhängigkeit physischer Gesundheit
- und am Ende des irdischen Lebens der physische Leib oder stoffliche Körper
(Die „Phantasie der Unsterblichkeit“ und ihre schmerzliche Aufgabe ist das große Thema des sumerischen Gilgamesch-Epos, eines der größten mythologischen Werke der Menschheit. Und »Mythologie« ist immer allegorisch dargestellte Tiefen-Psychologie! Der Mythos ist das Drehbuch für den Kultus; der Kultus ist die Regieanweisung für den Ritus. [N. K.])
Weiter in Ihrem Elaborat: „Ihre Folgerung, vom Problem über den Schmerz zur Disziplin, der Lösung des Problems und der Reifung des selbstbestimmten Menschen zu gelangen, ist durch die neuere Hirnforschung vollends widerlegt.“ Bitte lesen Sie diesen Ihren eigenen Satz noch einmal bewußt durch, um zu realisieren, welchen Unsinn Sie da geschrieben haben. Dieser Satz ist ein weiterer Hinweis darauf, daß Sie meinen Text entweder gar nicht gelesen oder nicht verstanden haben. Denn das, was Sie mir damit vorwerfen, steht gar nicht darin. Ich folgere ja gar nicht, daß der Mensch „vom Problem über den Schmerz zur Disziplin“ usw. gelangt; ich zeige vielmehr die evidente Tatsache auf, daß es der Disziplin bedarf, sich dem Schmerz zu stellen (und ihn zu überwinden), den es bereitet, ein (eigenes) Problem anzunehmen und zu lösen, und daß dies und nur dies einen Menschen reifen, wachsen läßt.
Und mit „Lernen“ (in dem von Ihnen gemeinten Sinn) hat das Thema meines Artikels überhaupt nichts zu tun. Daß „Lernen“ am besten und eigentlich nur im entspannten Zustand erfolgen kann, hätte ich Ihnen schon in den siebziger Jahren sagen können. Das ursprünglichste, nämlich natürliche Lernen ist das Spielen. Das kann man sehr schön bei jungen Tieren und an Kindern beobachten. Der biologische Sinn des Spiels ist das Lernen.
Es werden vier Grundzustände des menschlichen Gehirns unterschieden: Delta-Wellen (bis 4 Hertz), Theta-Wellen (4 bis 7 Hertz), Alpha-Wellen (7 bis 14 Hertz) und Beta-Wellen (14 bis 30 Hertz). Im Zustand des Wachbewußtseins dominieren die Beta-Wellen, im Zustand der Entspannung (vor dem Einschlafen / nach dem Erwachen, Meditation) die Alpha-Wellen. Im Schlaf wechseln je nach Schlaftiefe und -phase Delta-, Theta- und Alpha-Wellen ab.
Je niedriger die Frequenz ist, desto leichter vollzieht sich die Aufnahme von Lerninhalten. Bei einer hohen Frequenz dagegen (bei Streß) kann es sogar zu völligen Blockaden kommen („Blackout“). Die für das Lernen günstigste Frequenz liegt im Bereich der Alpha-Wellen. Es gilt also, bei vollem Bewußtsein eine möglichst niedrige Hirnstrom-Frequenz zu erreichen. (Das geschieht z. B. in der Meditation – nix für Sie, denn dafür braucht es Disziplin!)
Ich habe während meines Studiums und danach mehrere Jahre als Privatlehrer gearbeitet und Unterricht erteilt; zur Zeit schreibe ich für einen nicht unbekannten deutschen Pädagogen an einem Buch über eine neue didaktische Methode, die dieser Pädagoge entwickelt hat – also bitte versuchen Sie nicht, mir etwas über Psychologie, Pädagogik und Didaktik zu erzählen!
„Dass Kampf, Schmerz, Disziplin und Selbstkasteiung der Schlüssel zur Persönlichkeits-werdung seien, ist nach allgemeiner Meinung nicht mehr vertretbar.“ schreiben Sie weiter. Das habe ich auch nicht behauptet. Die Wörter „Kampf“ und „Selbstkasteiung“ kommen unter 3.878 Wörtern meines Textes nicht ein einziges Mal vor. Außerdem werfen Sie Schmerz und Disziplin fälschlich in einen Topf. Und sie sind auch nicht der „Schlüssel“ zur Reifung der Persönlichkeit. »Schmerz« ist der Begleit-Effekt der aktiven Entwicklung der Persönlichkeit, und »Disziplin« ist das Mittel, um sich diesem Schmerz zu stellen und ihn zu überwinden. Ob etwas nach „allgemeiner Meinung“ vertretbar ist oder nicht, ist völlig irrelevant. In der Wissenschaft geht es nicht um subjektive Meinungen, Wertungen u. Urteile, sondern um objektive Tatsachen. Und das Wort „allgemein“ impliziert immer eine Mehrheit. Wahrheit, um die allein es in der Wissenschaft geht, hat aber nichts mit Mehrheit zu tun. Wenn Einer aus einer Million feststellt, daß die vierte Wurzel aus 81 gleich 3 sei, dann bleibt das auch dann zutreffend, richtig und wahr, wenn die restlichen 999.999 das nicht wissen, nicht verstehen oder leugnen, also „nach allgemeiner Meinung“ für „nicht vertretbar“ halten.
„Sie schreiben dagegen recht sibyllinisch [?], dass die Meditation nur mit einem „Meister“ stattfinden solle, weil sie bekanntlich (?) so gefährlich sei.“ (Das Wort „bekanntlich“ kommt in meinem Text an dieser Stelle nicht vor.) Ja, gefährlich, sogar lebensgefährlich kann Meditation in der Tat sein – weil man in echter Meditation nämlich mit seinem eigenen „Schatten“ (C. G. Jung), eben den ins Unterbewußte verdrängten Inhalten seiner nicht gelösten Probleme und seinen eigenen negativen Eigenschaften konfrontiert wird. Dieser Prozeß kann so überwältigend sein, daß Menschen irreversibel wahnsinnig geworden oder gar gestorben sind. (Echte Meditation hat natürlich nichts mit Volkshochschul-Kursen zu tun!)
„Disziplin ist also nicht der Königsweg zur Mündigkeit.“ Sie meinen es zwar ganz anders, aber Sie haben, unfreiwillig und ohne es zu bemerken, recht: Disziplin ist nicht der Weg, sondern das Instrument, das man auf diesem Weg braucht. Verstehen Sie den Unterschied?
Sie fragen: „Aber wie ist es mit der Liebe?“ Diese Frage habe ich in meinem Artikel ziemlich ausführlich und sehr genau beantwortet. Bitte lesen Sie es dort noch einmal nach.
In den folgenden Abschnitten und Passagen Ihrer „Replik“ überziehen Sie die Esoterik und die Esoteriker mit unsachlicher Polemik sowie mit unzutreffenden Unterstellungen und unsinnigen Behauptungen. Ich verweise, um Wiederholungen und Ermüdung des Lesers zu vermeiden, daher auf den Anfang meiner Erwiderung und ziehe ein Fazit und Resümee:
Mit Ihrer „Replik“ ist Ihnen nicht „ein großer Wurf“ gelungen, wie ein Kommentator lächerlicherweise schrieb, sondern ein peinliches Eigentor unterlaufen: Sie haben sich selber blamiert und disqualifiziert. Denn Sie sind ja in Wirklichkeit überhaupt nicht auf den tatsächlichen Inhalt meines Artikels, den Sie offensichtlich nicht verstanden haben, eingegangen, sondern haben nur Ihre Irrtümer, Vorurteile und Abneigungen gegen verschiedene Tatsachen und Personen zusammengewürfelt. Ihre konfuse „Replik“ besteht aus einem ungeordneten Patchwork von nichtssagenden Stereotypen, fremden Versatzstücken und leergedroschenen Hohlphrasen. Sie offenbaren in Ihrer wirren „Replik“ beide Erscheinungs-formen intellektueller Insuffizienz nach Peter R. Hofstätter: Dieser unterscheidet „Dummheit erster Art“ und „Dummheit zweiter Art“. Die zweite Dummheit, nämlich die Unfähigkeit, isolierte Phänomene nicht in komplexe Zusammenhänge einordnen zu können, durch vordergründige Unterschiede am Erkennen tiefliegender Gemeinsamkeiten gehindert zu sein, ist dabei noch harmloser als die erste Dummheit, nämlich der Fehler oder Irrtum, vermeintliche „Zusammenhänge“ zu sehen, die in Wirklichkeit überhaupt nicht existieren. (Nach Peter R. Hofstätter, Persönlichkeitsforschung, Kröner, Stuttgart 1977)
Bitte vermeiden Sie es in Zukunft in Ihrem eigenen Interesse, bei Themata wie Religion, Spiritualität, Esoterik, Psychologie und Philosophie mitreden zu wollen – Sie offenbaren dann lediglich Ihre Borniertheit (intellektuelle Beschränktheit), Ihre Ignoranz (Ahnungslosigkeit, Kenntnislosigkeit, Unwissenheit) und Ihre Denkhemmung (ein psychoanalytischer Terminus). Wie stellte doch der Kabarettist Dieter Nuhr (oder war´s Volker Pispers?) einmal fest: „Von nichts ´ne Ahnung, aber zu allem eine Meinung….“
Und was den „Urknall“ betrifft: „Wir wissen heute, wie die erfahrbare Welt mit einem Urknall begann….“ Das ist nicht nur falsch, sondern hochgradig unsinnig. (Auch bei Naturwissenschaften können Sie nicht mitreden.) Der Düsseldorfer Universal-Gelehrte Dr. Peter Plichta hat unwiderlegbar nachgewiesen, daß die nachgerade schwachsinnige Theorie des „Urknalls“ und die (spezielle) Relativitäts-Theorie Einsteins falsch sind und die hanebüchenen Vorstellungen eines sog. „Raum-Zeit-Kontinuums“, eines „gekrümmten Raumes“ sowie von „Wurmlöchern“, „Strings“ und „Schwarzen Löchern“ gedankliche Entgleisungen und Verirrungen sind; er hat das Problem des Welle- / Teilchen-Dualismus gelöst und die „Unschärferelation“ Heisenbergs widerlegt sowie die peinliche „Leimtheorie“ der Kern-Chemiker und den lächerlichen „Teilchenzoo“ der Teilchen-Physiker ad absurdum geführt. Dr. Plichta hat unwiderlegbar nachgewiesen, daß hinter unserer materiellen Welt ein ewiger intelligenter Bauplan, ein mathematischer Zahlencode (Intelligent Design) steht, und diesen Code sogar entschlüsselt. „Wir haben nicht die geringste Ahnung, was Materie und Energie in ihrem Wesen sind.“ Doch – haben wir; ich sag´s Ihnen: »Materie« ist reziproker Raum, und »Energie« ist reziproke Zeit (nach Dr. Peter Plichta). Um das zu verstehen, studieren Sie bitte das Lebenswerk des Dr. Plichta (www.plichta.de, Das Primzahlkreuz, Gottes geheime Formel). (Aber Achtung – »studieren« [von lat. studiare und lat. studere: „sich mit Eifer und Fleiß ernsthaft und wissenschaftlich um etwas bemühen“; von lat. studium: Eifer, Fleiß, Anstrengung, Mühe, Streben] braucht sehr viel Disziplin!)



