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Mafia druckt Euro

Nicht nur die EZB, sondern auch die Mafia druckt fleißig Euro. Ein Zentrum der Geldfälscher liegt bei Neapel. Unter dem Schutz der Camorra stellen dort bestens ausgebildete und gut bezahlte Spezialisten gefälschte Euro-Banknoten her, die von den Originalen kaum mehr zu unterscheiden sind.

 

Als ob der Euro nicht schon in einer ernsten Krise stecke. Die Notenfälscher feiern Orgien. Obwohl nach offiziellen Angaben der Europäischen Zentralbank EZB und der Deutschen Bundesbank 2011 deutlich weniger gefälschte Euro-Banknoten auftauchten als in den Vorjahren. Doch das ist nur eine auf den ersten Blick beruhigende Entwicklung. Tatsächlich ist es für die Fachleute der emittierenden Staatsbanken immer schwieriger, die „Blüten“ als solche zu entdecken und zu entlarven. Ganz einfach, weil die Geldfälscher ihr Handwerk immer perfekter verstehen! Korrekt müsste es heissen: immer weniger Blüten werden auch entdeckt.

 

Die Staatsbanken und Fälscherjäger haben einige Erkenntnisse: Ein Zentrum der Geldfälscher liegt in der Gegend um Giugliano südlich von Neapel. Unter dem Schutz der Camorra stellen dort bestens ausgebildete und gut bezahlte Spezialisten gefälschte Euro-Banknoten her, die von den Originalen kaum mehr zu unterscheiden sind. Und die Camorra hat keine Probleme, das Falschgeld im Rahmen ihrer Drogen- und Waffengeschäfte in Umlauf zu bringen. „Talentierte“ Geldfälscher sitzen darüber hinaus auch in Teilen Südbulgariens (wo 200-Euro-Banknoten scheinbar die Spezialität sind) und in Litauen. In nicht wenigen Fällen sollen die Geldfälscher auf die Kenntnisse chinesischer Spezialisten zurückgreifen können, die schon vor Jahren die Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten entzifferten.

 

Der grosse Durchbruch der Fälscher: die Noten weisen in der Regel alle Sicherheitsmerkmale der echten Banknoten auf und sind deshalb selbst mit Hilfe der üblichen Prüfgeräte kaum mehr zu identifizieren. Die auf den Scheinen angebrachten Hologramme und Wasserzeichen sind von ihren echten Pendants kaum zu unterscheiden. Und die derzeitigen „Meister ihres Fachs“ können auch die auf den echten Geldscheinen angebrachte Mikroschrift reproduzieren und verwenden beim Druck spezielle Farben, deren Pigmente aus seltenen Erden bestehen. Vor allem letzteres verwundert und erschreckt die EZB- und Bundesbank- Experten, weil die Verwendung der seltenen Erden als „Produtionsgeheimnis“ und Sicherheitsmerkmal galt, über das auch die übrige Fachwelt bisher nicht unterrichtet wurde.

 

Experten sind daher beunruhigt, dass – bildlich gesprochen – nicht alleine in den Kellern der Europäischen Zentralbank die Notenpressen rotieren, sondern auch in mancher Fälscherwerkstatt. Einer weitgehend unkontrollierten Vermehrung des Euro ist damit auch in diesem Bereich Tür und Tor geöffnet. Es ist eine unerwünschte Ehre, dass sich die Fälschergilde der Welt vom Dollar abgewendet hat und den Euro zu ihrem neuen „Baby“ erkoren hat. Die Sorgen der Sicherheitsbehörden sind aber noch grösser geworden. Wer Hologramme fälschen kann, dem sind alle amtlichen Dokumente „mit Leichtigkeit zugänglich“. Schon heute sollen paketweise Pässe verschiedener Länder „offeriert“ auf dem Markt werden. Und Sicherheitsexperten haben auch schon erste Diamanten-Zertifikate entdeckt, die meisterliche Fälschungen waren und die nur durch konsequentes Zurückverfolgen als Fälschungen erkannt werden konnten. Und hier geht es um ganz grosses Geld.

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