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NATO Schaden durch Russen Agenten

Generalbundesanwalt fürchtet schweren Schaden für die Nato durch russisches Agentenpaar.  Das Paar soll im Auftrag des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR mehrere Hundert geheimer Dokumenten beschafft haben. Ein großer Teil des Materials betrifft das westliche Verteidigungsbündnis.
 

Im größten Spionagefall seit Ende des Kalten Krieges in Deutschland fürchtet Generalbundesanwalt Harald Range schweren Schaden für die Nato. Das geht aus der Anklageschrift gegen ein russisches Agentenehepaar hervor, das noch vor der Wiedervereinigung vom sowjetischen KGB in die Bundesrepublik geschleust worden war. Das Paar soll im Auftrag des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR mehrere Hundert geheimer Dokumenten beschafft haben. Ein großer Teil des Materials betrifft das westliche Verteidigungsbündnis, heißt es in der Anklageschrift, die der „Welt“ in weiten Teilen vorliegt.

Generalbundesanwalt Range hat zur Bewertung des Verrats mehrere Auskünfte eingeholt. Fünf als geheim eingestufte Dokumente sind vom Nato Office of Security (NOS) bereits beurteilt worden. Darunter sind Protokolle zu Sitzungen des Nordatlantikrates, die die Geheimhaltungsstufe „Nato Confidential“ tragen. Die Sicherheitsexperten kamen im August 2012 zum Ergebnis, dass das Bündnis einen Schaden erlitten hat.

Betroffen von dem Spionagefall, ist auch die Europäische Union. Durch die Agenten gelangte Moskau in den Besitz eines Berichtes zur Polizei-Mission Eulex im Kosovo. Im Rahmen dieser Mission sind auch deutsche Polizisten eingesetzt. Die Sicherheit dieser Beamten sieht die Bundesanwaltschaft laut Anklageschrift durch den Verrat gefährdet.

Die beiden russischen Agenten, die die Dokumente über einen niederländischen Diplomaten beschafft hatten, stehen voraussichtlich ab Januar vor Gericht. Ihnen droht wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. Weil möglicherweise Staatsgeheimnisse verraten wurden, Range prüft laut Anklageschrift den Tatvorwurf auf Landesverrat zu erweitern.

Die „Welt am Sonntag“ hatte berichtet, dass der Versuch eines Agententauschs gescheitert war. Die Bundesregierung wollte das Ehepaar, das mehr als 25 Jahre lang spioniert hatte, gegen zwei russische Agenten austauschen, die in Russland im Gefängnis sitzen, weil sie für einen mit Deutschland befreundeten Nachrichtendienst gearbeitet hatten. Das russische Agentenpaar, das Berlin freilassen wollte, lebte unter den Aliasnamen Andreas und Heidrun Anschlag, geborene Freud, mit österreichischen Pässen in Deutschland. Die Spione waren im Oktober 2011 in Marburg und Balingen festgenommen worden.
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