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Steinbrück redet weiter

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hält weiter Vorträge in exklusivem Kreis. Honorar lässt er angeblich spenden. Steinbrück sprach vergangenen Montag in Frankfurter Luxushotel vor 60 Aufsichtsräten. SPD-Kanzlerkandidat redet am 14. November vor Spitzenbankern in Stuttgart.


Auch als SPD-Kanzlerkandidat hält Peer Steinbrück Vorträge vor exklusivem Publikum, das Honorar lässt er spenden. Nach Informationen von BILD am SONNTAG war Steinbrück am vergangenen Montag einziger Redner auf der Veranstaltung "Aufsichtsräte im Dialog" im Frankfurter Luxushotel "Villa Kennedy". Zu dem Dinner hatte die bekannte Unternehmensberatung Egon Zehnder International rund 60 Aufsichtsräte deutscher Spitzenunternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet eingeladen.

Auf Anfrage von BILD am SONNTAG teilte Egon Zehnder International gestern mit, dass die Veranstaltung mit Peer Steinbrück bereits im Frühjahr diesen Jahres vereinbart worden sei. Nach seiner Ernennung zum SPD-Kanzlerkandidaten am 28. September habe Steinbrück dann das Unternehmen umgehend gebeten, die "Honorarvereinbarung aufzuheben und das Honorar (in gleicher Höhe) an eine gemeinnützige und karitative Organisation zu spenden". Zur Höhe des Honorars wollten weder Egon Zehnder International noch Steinbrücks Sprecher gestern Angaben machen.

Nach Informationen von BILD am SONNTAG aus Teilnehmerkreisen wurde die Veranstaltung in der „Villa Kennedy“ streng abgeschirmt. In einem Veranstaltungsaal des burgartigen Hotels saßen die hochrangigen Gäste an drei langen Tischreihen, in edlem Cremeweiß gedeckt. Zunächst begrüßte ein Vertreter von Egon Zehnder die Anwesenden. Nach dem Hauptgang des Dinners sprach Steinbrück. Der Ex-Finanzminister sparte nicht mit Kritik an den Anwesenden. Hohe Bonuszahlungen hätten „soziale Sprengkraft“, die Anwesenden müssten sich endlich selbst regulieren: „Tun Sie es, bevor es die Politik tut“, sagte Steinbrück Teilnehmern zufolge. In der Bevölkerung gebe es kein Verständnis für die überhöhten Extra-Zahlungen. Steinbrück sagte weiter, dass seine Kür zum Kanzlerkandidaten „etwas chaotisch“ verlaufen sei.

Laut Gästen äußerte sich Steinbrück auch kritisch zu Forderungen nach einer Frauenquote in Aufsichtsräten. Davon halte er „persönlich nix“. Auf Anfrage von BILD am SONNTAG sagte Steinbrücks Sprecher gestern dazu: „Nein, das trifft nicht zu. Peer Steinbrück hat bei dieser wie bei zahlreichen anderen Gelegenheiten erklärt, dass er für die Einführung einer Frauenquote in Aufsichtsräten ist."

Der Auftritt Steinbrücks in der „Villa Kennedy“ war nicht der letzte in exklusiver Runde: Nach Informationen von BILD am SONNTAG spricht der Sozialdemokrat am 14. November bei einem Festessen der Unicredit/HypoVereinsbank in der Staatsgalerie Stuttgart. Laut SPD wird das Honorar hierfür ebenfalls gespendet. Vermittelt wurde die Rede von Kristina Gräfin Pilati, der Frau von Steinbrücks Parteifreund und Ex-Kanzlerkandidat Rudolf Scharping.

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