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Stasi-Forscher in Not

Solidarität mit deutschem Stasi-Forscher. Wissenschaftler aus 16 Ländern unterstützen verklagten Mitarbeiter der Stasi-Unterlagen-Behörde.

 
Renommierte Wissenschaftler aus 16 Ländern haben sich in einer Erklärung mit dem Mitarbeiter der Stasi-Unterlagen-Behörde Helmut Müller-Enbergs solidarisiert. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (F.A.S.). Der Politologe, der die Geschichte der West-Spionage der Staatssicherheit erforscht, wird von einem Bonner Ehepaar vor dem Landgericht Hamburg verklagt, weil er in einer wissenschaftlichen Studie die ehemaligen Mitarbeiter der SPD mit den Inoffiziellen Mitarbeitern „IM Bob“ und „IM Petra“ in Verbindung gebracht hatte. Diese beiden Inoffiziellen Mitarbeiter waren nach Müller-Enbergs Recherchen die drittwichtigste Quelle der Stasi in der SPD. Das Ehepaar bestreitet jede Beteiligung, es habe niemals wissentlich und willentlich für die Staatssicherheit gearbeitet.
 
Müller-Enbergs wird von seinem Arbeitgeber kein Rechtsschutz gewährt, weil die Behörde die Erfolgsaussichten eines Rechtsstreits als gering ansieht. „Die Beschreibung und Analyse von historischen Quellen müssen möglich sein, wenn eine wissenschaftliche Aufarbeitung eines so schwierigen Themas wie der Spionage überhaupt gewollt ist“, schreiben die 16 Wissenschaftler, die in den Vereinigten Staaten, Kanada sowie vierzehn europäischen Staaten forschen und lehren. „Wir begrüßen es daher, dass Dr. Müller-Enbergs sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit nicht einschüchtern lässt, auch wenn ihm die Stasi-Unterlagenbehörde keinen Rechtsschutz gewährt“, heißt es in der Erklärung, die der F.A.S. vorliegt.
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