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Türken kaufen Lufthansa

Turkish Airlines soll Miteigner der Lufthansa werden. Fluggesellschaften führen Gespräche über mögliche Überkreuzbeteiligung. Führende Konzernmanager sondieren derzeit, wie die engere Zusammenarbeit aussehen könnte.


Die Allianz zwischen Lufthansa und Turkish Airlines soll tiefgreifender ausfallen als bislang bekannt. Nach Informationen der Financial Times Deutschland (Dienstagausgabe) sprechen die beiden Fluggesellschaften auch über eine Überkreuzbeteiligung. Dies wäre für die Deutschen und die Türken ein Novum. Damit lasse sich das angestrebte Bündnis verbindlicher absichern, hieß es aus Konzernkreisen. Eine Fusion sei kein Thema. Führende Konzernmanager sondieren derzeit, wie die engere Zusammenarbeit aussehen könnte.

Lufthansa und Turkish Airlines suchen die engere Verbindung aus unterschiedlichen Gründen. Die Deutschen wollen sich gegen die starken Rivalen aus den Golfstaaten wehren. Die staatlichen, mit Ölmilliarden gefütterten Airlines Emirates, Qatar und Etihad bedrängen die Lufthansa zunehmend im lukrativen Interkontinentalverkehr. Turkish Airlines wiederum könnte vom europäischen Streckennetz des Partners profitieren – und die eigene Drehscheibe in Istanbul mit denen der Lufthansa in Frankfurt und München verknüpfen. „Die beiden Airlines sind eigentlich natürliche Partner“, sagte Gerd Pontius vom der Luftfahrt-Beratungsfirma Prologis.

Im Gespräch ist, dass Lufthansa und Turkish Airlines weitere Gemeinschaftsunternehmen gründen. Ähnlich wie bereits mit United Airlines und der japanischen Fluggesellschaft ANA wollen die Deutschen künftig auch mit den Türken gemeinsam auf Kernstrecken fliegen und die Einnahmen dann aufteilen. Dies erhöht sowohl die Schlagkraft als auch die Wirtschaftlichkeit. Zudem bietet Lufthansa Turkish Airlines eine enge Zusammenarbeit mit ihren Konzerntöchtern Technik, IT und dem Catering-Unternehmen LSG Sky Chefs an.

Auf Lufthansa-Seite verhandelt Konzernvorstand Stefan Lauer mit Turkish Airlines-Chef Temel Koti. Dass es rasch zu einem Abschluss kommt, erscheint unwahrscheinlich. Kompliziert sind bei einer gegenseitigen Beteiligung etwa die Bewertungsfragen.

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