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GR-Hilfe à la carte

Griechen-Hilfe à la carte. Euro-Staaten sollen aussuchen dürfen, wie sie Athen beim Schuldenabbau unterstützen.

 

Im Kampf gegen die griechischen Staatsschulden sollen die Euro-Länder aus einem Repertoire unterschiedlicher Hilfsmaßnahmen auswählen können. Um die Gesamtlast Athens bis 2020 deutlich zu senken, sollen die Mitglieder der Währungsunion nach Informationen der Financial Times Deutschland (Montagausgabe) die zu Hause am leichtesten durchsetzbaren Mittel einsetzen dürfen. Deutschland neigt dazu, seine Garantien für den Rettungsfonds EFSF um bis zu 10 Mrd. Euro zu erhöhen. Mit dem Geld soll Griechenland Anleihen von Privatanlegern günstig zurückkaufen, was die Schuldenlast verringern würde.

Eine solche Lösung „à la carte“ sei bei der Sitzung der Euro-Finanzminister am Montag wahrscheinlich, sagten mehrere Insider. Bei einer Telefonkonferenz der Minister am Samstag zeichneten sich aber schwierige Verhandlungen ab. Bereits zweimal waren sie daran gescheitert, die Finanzpläne für Griechenland so zu korrigieren, dass die Gesamtverschuldung von voraussichtlich 188 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 2013 wieder auf etwa 120 Prozent im Jahr 2020 sinkt. Diese Größenordnung gilt noch als tragfähig. Wird sie deutlich überschritten, droht der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einem Ausstieg aus den Hilfen.

Für Irritationen sorgte vergangene Woche nach FTD-Informationen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Er habe bei einem Treffen mit IWF-Chefin Christine Lagarde und Kollegen aus Frankreich, Spanien und Italien in Paris ein deutliches Entgegenkommen bei den Zinssätzen in Aussicht gestellt, die Athen für Hilfen aus dem ersten Hilfsprogramm zahlen muss. In der Euro-Gruppe einen Tag später habe er die Zusagen zurückgenommen – offenbar auf Druck des Kanzleramts. Dies sei ein Grund für das Scheitern der Verhandlungen in der Nacht zum Mittwoch gewesen.

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