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GR will Prüfung von Reparationsforderungen

Athen besteht auf Prüfung von Reparationsforderungen. „Ich glaube nicht, dass juristisch begründete Forderungen die bilateralen Beziehungen belasten würden“.

 

Griechenland besteht darauf, mögliche Reparationsansprüche in Milliardenhöhe an Deutschland aus dem Zweiten Weltkrieg zu prüfen. „Ich glaube nicht, dass juristisch begründete Forderungen die bilateralen Beziehungen belasten würden“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im griechischen Parlament, Miltiadis Varvitsiotis, dem Handelsblatt (Freitagsausgabe). „Im Gegenteil: Es würde unser Verhältnis definitiv belasten, gerechtfertigte Ansprüche nicht zu stellen. Das würde bedeuten, dass ich nicht einfordere was mir zusteht, weil ich mich unterordne.“

Varvitsiotis gehört der konservativen Partei Nea Dimokratia von Ministerpräsident Antonis Samaras an. Er weilte von Montag bis Mittwoch in Berlin und sprach mit Regierungsvertretern und Abgeordneten über das sensible Thema. Die Bundesregierung beharrt auf ihrer Position, die Frage von Repa! rationen habe ihre Bedeutung verloren. Deutschland habe im Rahmen verschiedener Abkommen in hohem Maße Entschädigungsleistungen erbracht.

Die griechische Regierung lässt derzeit ihre Juristen prüfen, ob eine Rechtsgrundlage für Reparationsforderungen existiert. Varvitsiotis rechnet sich vor allem mit Blick auf eine Zwangsanleihe Chancen aus, die das Deutsche Reich 1941 bei der griechischen Notenbank aufgenommen hatte und deren heutiger Wert auf 54 Milliarden Euro taxiert wird. „Daraus könnte ein Anspruch entstehen“, sagte er. Es werde aber keine schnelle Entscheidung der Regierung in Athen geben, ob offiziell Ansprüche an die Bundesrepublik geltend gemacht werden: „Vielleicht fällt sie noch in diesem Jahr, aber ich bin mir da nicht sicher“, sagte er.

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