Hoeneß ließ Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung Anfang Januar in nur wenigen Tagen erstellen. - Für eine Strafbefreiung kommen Hoeneß’ nachgereichte Informationen über seine jahrelang nicht versteuerten Aktien- und Devisengeschäfte allerdings zu spät.
Seine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung hat Uli Hoeneß nach Informationen des Hamburger Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL Anfang dieses Jahres in nur wenigen Tagen von seinem Steuerberater erstellen lassen. Demnach soll Hoeneß bereits vor Weihnachten die Absicht gehabt haben, die bayerischen Finanzbehörden über die Existenz seines Kontos mit der Nummer 4028BEA bei der Züricher Bank Vontobel in Kenntnis zu setzen.
Dazu sei es wegen der nahenden Feiertage und des sich anschließenden Urlaubs seines Steuerberaters indes nicht gekommen. Anfang Januar schließlich erhielt Hoeneß einen Anruf eines Vontobel-Mitarbeiters, der ihn informierte, dass ein Reporter des „Stern“ nach einem Prominenten aus dem Sportbereich recherchiere: „Da stellt einer blöde Fragen, nur dass Sie es wissen.“ Wie der SPIEGEL erfuhr, soll Hoeneß daraufhin die Fassung verloren haben.
Danach habe sein Steuerberater schnell eine Selbstanzeige basteln müssen. Diese Selbstanzeige sei plausibel, aber nicht detailliert genug gewesen. Nach der Durchsuchung seines Anwesens am Tegernsee im März legte Hoeneß nach Informationen des SPIEGEL den Steuerbehörden eine nachgebesserte Version vor.
Für eine Strafbefreiung kommen Hoeneß’ nachgereichte Informationen über seine jahrelang nicht versteuerten Aktien- und Devisengeschäfte allerdings zu spät. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat die Steuerschuld auf 3,2 Millionen Euro berechnet. Die Strafverfolger sollen nach Informationen des SPIEGEL mit der nachgereichten Version einverstanden sein. Hoeneß muss gegenüber den Behörden allerdings noch offenlegen, wie es kommt, dass einmal ein sehr hoher Betrag auf seinem Konto verbucht war. Bei einem Devisengeschäft sollen über 20 Millionen Euro aufgelaufen sein. DER SPIEGEL 18/2013
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