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EU-Gezeter zu Sparer-Enteignung

Wegen drohendem Bankrun: EU will auch bei Bankenpleiten auch Inhaber großer Konten schützen. Großbritannien und Frankreich hätten sich aber bereits im Vorfeld gegen die Besserstellung wohlhabender Anleger ausgesprochen.


Die EU-Kommission will nach Informationen des Handleblatts (Dienstagausgabe) nicht nur kleine Sparer vor den Folgen von Bank-Pleiten schützen, sondern auch wohlhandende Anleger bevorzugt behandeln. Die staatliche Garantie für Sparkonten bis zu 100.000 Euro reiche nicht aus, hieß es in EU-Kommissionskreisen. Wenn die Inhaber größerer Konten bei einer Schieflage ihrer Bank um ihre Einlagen fürchten müssten, dann würden sie womöglich die Schalter stürmen und ihre Konten räumen. Um diese Gefahr auszuschließen, müssten es eine "Präferenz" für alle Einleger geben.

Einen entsprechenden Passus will die EU-Kommission in den bereits vorliegenden Richtlinienentwurf zur Bankenabwicklung einfügen. Das bedeutet, dass Kontoinhaber in der Haftungskaskade besser gestellt würden als die Gläubiger mit Vorrang-Status. Für diese Gläubiger wiederum würde sich da! s Verlustrisiko deutlich erhöhen.

Die EU-Finanzminister beraten am morgigen Dienstag in Brüssel über den Vorstoß der EU-Kommission. Großbritannien und Frankreich hätten sich bereits im Vorfeld gegen die Besserstellung wohlhabender Anleger ausgesprochen, sagten EU-Diplomaten. Beide Länder wollen im Falle einer Bankenpleite auch künftig selbst darüber entscheiden, ob und welche Sparer sie an den Abwicklungskosten beteiligen. Einheitliche EU-Regeln dazu lehnen sie ab. Die EZB und die irische EU-Präsidentschaft würden hingegen eine gesetzliche Besserstellung auch großer Guthaben unterstützen, hieß es in Brüssel.
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