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Euro braucht König

"Vater des Euro" fordert Führungspersönlichkeit für europäische Währung. "Europa braucht einen König. Auf jeden Fall bräuchte der Kontinent einen Finanzminister, der sich um den Euro kümmert. Aber noch besser wäre ein König, ein Symbol europäischer Autorität".

 

Der "Vater des Euro", der Star-Ökonom und Nobelpreisträger Robert Mundell, hat eine stärkere Führung für die europäische Währung gefordert. "Europa braucht einen König. Auf jeden Fall bräuchte der Kontinent einen Finanzminister, der sich um den Euro kümmert. Aber noch besser wäre ein König, ein Symbol europäischer Autorität", sagte Mundell in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Capital" (Ausgabe vom 23. Mai).
 
Für den mittlerweile 80-jährigen Wirtschaftstheoretiker der Columbia University braucht Europa mehr Einheit, wenn es auf der Welt weiter Macht haben will. Die Drei-Prozent-Defizit-Regel war aus Sicht des Weltökonomen von Anfang an zu lax - vor allem für Länder mit einer gemessen am Bruttoinlandsprodukt zu hohen Verschuldung. "Und dann hat keiner Zähne gezeigt, um die Regel durchzusetzen. Die zentrale Autorität - welche auch immer - war zu weich", kritisiert Mundell.
 
Der Euro ist für ihn aber trotz aller Schwierigkeiten nach wie vor eine Erfolgsgeschichte, besonders für Deutschland, das wie kaum ein anderes Land vom Euro profitiert. "Ich würde das Risiko, dass die Eurozone auseinander bricht, bei weniger als 20 Prozent sehen", erklärte er gegenüber dem Magazin. Allerdings sieht er den Euro als "zu stark" an: "Es sollte stabile Kurse bei rund 1,20 Dollar geben."
 
Eine solche Abwertung hätte für den europäischen Aufschwung bereits Wunder vollbracht und man hätte nicht so viele Staatsanleihen aufkaufen müssen. Denn, so urteilt Mundell: "Ein aufwertender Euro ruiniert die Staatshaushalte. Die Zentralbanken der G7-Staaten haben diese idiotische Idee, ihre Wechselkurse völlig frei schwanken zu lassen. Das ist kompletter Unfug."
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